Ein Hinweis auf die Maskenpflicht ist auf dem Gehweg in Hamburg zu sehen.  | dpa

Steigende Infektionszahlen Lockerungen in immer mehr Ländern auf Eis

Stand: 19.03.2021 15:21 Uhr

Wegen der wieder steigenden Infektionszahlen legen immer mehr Bundesländer geplante Lockerungen auf Eis. Nordrhein-Westfalen, Hamburg oder Baden-Württemberg verschärfen sogar die Maßnahmen - aus Sorge vor extrem steigenden Zahlen.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet sieht angesichts steigender Zahlen von Corona-Infizierten erneut eine "kritische Phase der Pandemie". Es könne ab dem 22. März keine weiteren Öffnungen geben, sagt Laschet im nordrhein-westfälischen Landtag. Dann beraten Bund und Länder erneut über die Pandemie. Die als "Notbremse" eingezogenen Inzidenz-Marke von 100 werde in Nordrhein-Westfalen landesweit zur Anwendung kommen.

Die Millionenstadt Köln kündigte sogar eine Verschärfung der Corona-Auflagen an. So dürfen ab Montag in Kölner Zonen mit Maskenpflicht statt der bisher erlaubten Alltagsmasken nur noch OP- oder FFP2-Masken getragen werden. Für den Besuch von Museen und Zoos sowie bei Friseurbesuchen ist künftig ein negativer Corona-Test erforderlich.

Neue Verordnung im Süden

Auch in Baden-Württemberg werden die ursprünglich für kommende Woche angedachten Lockerungen der Corona-Beschränkungen ausgesetzt. "Weitere Öffnungen sind derzeit unrealistisch und nicht sinnvoll", erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

"Die aktuelle Lage ist derart dynamisch, dass wir unsere Maßnahmen an diesem Infektionsgeschehen ausrichten müssen", so der Ministerpräsident. Die derzeit geltenden Corona-Regeln sollen deshalb ab Montag angepasst werden. Eine neue Verordnung sei in Arbeit. Damit dürfen Kneipen und Restaurants auch im Außenbereich nicht öffnen, Theater und Kinos bleiben geschlossen.

"Die Werte sind viel zu hoch"

Im besonders stark betroffenen Thüringen ist ebenfalls nicht mit Öffnungsschritten zu rechnen. "Ohne Kontaktnachverfolgung und ohne Testen bin ich nicht fürs Öffnen, denn dafür sind die Werte einfach viel zu hoch", sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow. Zuvor hatten bereits Hamburg und Berlin angekündigt, die nach den letzten Treffen vereinbarte "Notbremse" zu ziehen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder forderte eine bundesweit einheitliche Durchsetzung einer "harten Notbremse". "Ich möchte aus einer im Moment sehr flexiblen Notbremse eine harte Notbremse machen", sagte Söder am Donnerstag.

Derzeit steigen die Infektionszahlen dramatisch schnell an. Experten und Mediziner fordern daher eine schnelle Rückkehr zu strikteren Regeln. Bund und Länder beraten am Montag über das weitere Vorgehen in der Pandemie.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. März 2021 um 13:50 Uhr in den Nachrichten.