Justizministerin Katarina Barley spricht im Bundestag | Bildquelle: dpa

SPD bei Europawahl Barley wird doch Spitzenkandidatin

Stand: 16.10.2018 16:14 Uhr

SPD-Chefin Nahles hatte zuerst einige Parteikollegen gefragt - aber keiner wollte als Spitzenkandidat bei der Europawahl antreten. Justizministerin Barley sagte nach ARD-Informationen schließlich zu.

Von Arne Meyer-Fünffinger, BR.

"Ich sehe meinen Platz in Berlin, Andrea." Mehrfach hatte SPD-Chefin Andreas Nahles in den vergangenen Wochen einen Korb von Katarina Barley bekommen, auf die Frage, ob sie SPD-Spitzenkandidatin bei der Europawahl im Mai werden wolle. Was nun dazu führte, dass sich die Bundesjustizministerin offenbar umentschieden hat, ist unklar. Mehrere den Sozialdemokraten nahestehende Quellen bestätigten dem ARD-Hauptstadtstudio, dem Bayerischen Rundfunk und dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: Mit Barley an der Spitze wird die SPD in den Europawahlkampf ziehen. Wahltag ist der 26. Mai 2019.

Bewerbungsvideo gibt es bereits

Barley hat bereits im Beisein von SPD-Europawahlkampfmanager Michael Rüter in ihrem Bundestagsbüro in Berlin ein Bewerbungsvideo aufgezeichnet. Dieses will die Partei in den kommenden Tagen im Internet veröffentlichen. Die 49-jährige Politikerin besitzt zwei Pässe. Ihr Vater ist Brite, die Mutter Deutsche. Außerdem hat die promovierte Juristin unter anderem in Paris studiert. Und: Sie ist Mitglied der überparteilichen Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess einsetzt.

Katarina Barley | Bildquelle: dpa
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Bundesjustizministerin Barley ist überzeugte Europäerin.

Bevor sie im März 2018 das Amt der Justizministerin übernahm, trat sie kurz vor der Bundestagswahl 2017 die Nachfolge von Manuela Schwesig als Bundesfamilienministerin an. Zuvor war sie zwei Jahre Generalsekretärin der SPD, zudem ist sie Mitglied des SPD-Parteivorstands.

Andere Kandidaten hatten abgesagt

Vor Barley hatte die SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende Nahles auch anderen Sozialdemokraten die Kandidatur angetragen, darunter Juso-Chef Kevin Kühnert. Kühnert, der in den vergangenen Monaten als prominentester Kritiker der Großen Koalition bundesweit bekannt wurde, lehnte allerdings ab. Auch über eine erneute Kandidatur des im September 2017 gescheiterten SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz war spekuliert worden. Schulz war schon 2014 als SPD-Spitzenkandidat in die Europawahl gezogen.

Eine Delegiertenkonferenz am 9. Dezember in der SPD-Parteizentrale in Berlin soll die Kandidatur Barleys beschließen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Oktober 2018 um 16:00 Uhr.

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