Studentinnen mit Kopftüchern am Computer

Ausländerbericht der Bundesregierung Diskriminierung bei der Jobsuche

Stand: 29.10.2014 15:46 Uhr

In Deutschland gibt es immer mehr Menschen aus Zuwandererfamilien. Das geht aus dem aktuellen Ausländerbericht hervor, den die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, in Berlin vorgestellt hat. Demnach hatten 2012 insgesamt 20 Prozent der Menschen ausländische Wurzeln. 2011 waren es noch 19,5 und 2010 19,3 Prozent.

Für Özoguz ist deshalb die Frage, ob Deutschland ein Einwanderungsland sei, längst beantwortet: Denn das sei inzwischen allgegenwärtige Realität. Dennoch hätten Menschen mit Migrationshintergrund hierzulande weiterhin schlechtere Bildungschancen als Deutsche. Dem Bericht zufolge verließen im Jahr 2012 insgesamt 11,4 Prozent der ausländischen Jugendlichen die Schule ohne Hauptschulabschluss, während dies nur 4,9 Prozent der deutschen Schüler taten. Auch blieben 30,5 Prozent der jungen Ausländer zwischen 20 und 29 ohne Berufsausbildung.

Zahl der Abiturienten gestiegen

Auf der anderen Seite sind dies rückläufige Zahlen, denn 2008 lag der Anteil bei ausländischen Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss noch bei 15,2. Und die Zahl der Abiturienten mit Migrationshintergrund ist seitdem gestiegen: von 11,2 auf 16,2 Prozent. Doch selbst wenn ein höherer Schulabschluss vorliegt, bedeutet das laut Özoguz nicht unbedingt, dass sich das auch auf dem Arbeitsmarkt auszahlt. Bei Bewerbungsverfahren hätten Menschen mit ausländischen Wurzeln nämlich häufig mit Diskriminierung zu kämpfen. Der Anteil der ausländischen Erwachsenen ohne Berufsabschluss ist fast dreimal so hoch wie bei jungen Deutschen - 30,5 Prozent zu 10,6 Prozent.

Özoguz hat sich das Thema Ausbildung deshalb nach eigenen Angaben zum Schwerpunkt gemacht. Ihre Ziele lauten, die Ausbildungssituation zu verbessern, sich für faire Bewerbungsverfahren einzusetzen und Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt zu bekämpfen. Außerdem sollen mehr Unternehmen und Betriebe für eine Ausbildung gewonnen werden.

Nachbesserungsbedarf bei der Gesundheit

Doch auch in anderen Bereichen gibt es noch Defizite. So beklagt die Migrationsbeauftragte zudem Probleme bei der Teilnahme am Gesundheitswesen. Menschen mit Einwanderungsgeschichte nähmen wichtige Gesundheitsleistungen deutlich seltener in Anspruch, so Özoguz. Dieses Thema wolle sie deshalb im kommenden Jahr zum Schwerpunkt ihrer Arbeit machen.

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