Menschenmenge | Bildquelle: ARD-aktuell / Weiss

Statistisches Bundesamt Armutsrisiko in Bremen am größten

Stand: 25.07.2019 11:15 Uhr

Die Bremer sind am stärksten von Armut bedroht, die Bayern am wenigsten: Das Armutsrisiko ist laut Statistik regional unterschiedlich ausgeprägt. Alleinerziehende sind überall besonders stark betroffen.

Das Armutsrisiko in Deutschland ist nach wie vor regional sehr unterschiedlich. Das geht aus neuen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor.

Die Einwohner von Bremen waren im vergangenen Jahr im Ländervergleich am häufigsten von Armut betroffen. 22,7 Prozent der Bevölkerung waren der Statistik zufolge gefährdet. Auch in Mecklenburg-Vorpommern waren es mehr als 20 Prozent. Am geringsten war das Armutsrisiko in Bayern mit 11,7 Prozent und in Baden-Württemberg mit 11,9 Prozent.

Ost und West nähern sich an

In den ostdeutschen Bundesländern einschließlich Berlin ist die Armutsgefährung mit insgesamt 17,5 Prozent etwas höher als im Westen mit 15,0 Prozent. Im Vergleich zur Erhebung aus dem Jahr 2005 näherten sich die beiden Quoten an: Damals lag der Osten laut Statistik mit 20,4 Prozent noch deutlich über dem Westen mit 13,2 Prozent.

In diesem Zeitraum sank das Armutsrisiko in einigen Bundesländern - vor allem in Ländern im Osten wie Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Im Westen stiegen die Werte hingegen in einigen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen.

Alleinerziehende besonders gefährdet

Das höchste Risiko, von Armut betroffen zu sein, tragen der Statistik zufolge Alleinerziehende und ihre Kinder. 40,4 Prozent von ihnen im Westen und 44,5 Prozent im Osten waren im vergangenen Jahr armutsgefährdet. Auch hier gibt es regional große Unterschiede: Während in Berlin 34,1 Prozent der Alleinerziehenden gefährdet waren, waren es in Mecklenburg-Vorpommern 56,1 Prozent.

Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung hat. 2018 lag dieser Schwellenwert für eine alleinlebende Person in Deutschland bei 1035 Euro im Monat, für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 2174 Euro.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Juli 2019 um 10:00 Uhr.

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