Ein an Demenz erkrankter Mann geht mit einem Rollator über den Flur in einem Pflegeheim.

Pflegeversicherung Anstieg von Sozialhilfeempfängern in Pflege

Stand: 06.11.2019 13:03 Uhr

Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der Sozialhilfeempfänger in Pflege angestiegen. Patientenschützer üben scharfe Kritik und fordern eine Reform der Pflegeversicherung.

Immer mehr Pflegebedürftige sind auf Sozialhilfe angewiesen. Laut den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes bezogen 2018 exakt 318.580 Menschen in Pflegeheimen die sogenannte "Hilfe zur Pflege". Im Jahr davor waren es 301.784 Personen. Dies ist ein Anstieg von rund sechs Prozent.

Die "Hilfe zur Pflege" wird bedürftigen Personen gewährt, die infolge von Krankheit oder Behinderung auf fremde Hilfe angewiesen sind. Voraussetzung ist, dass sie die Leistungen selbst nicht finanzieren können und auch andere Institutionen dies nicht übernehmen", sagte Brysch der Katholischen Nachrichten Agentur (KNA).

Scharfe Kritik von Patientenschützer

Eugen Brysch | Bildquelle: imago/Metodi Popow
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Eugen Brysch fordert eine Reform der Pflegeversicherung.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert: "Ähnlich wie die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für Behandlung von Krankheiten trägt, muss die Pflegeversicherung künftig die gesamten Pflegekosten übernehmen". Den zusätzlichen Aufwand für Unterbringung, Verpflegung und Investitionen zahle weiter jeder selbst.

"Durch die Pflegereform 2017 sollten mehr Menschen einen Anspruch auf Pflegeleistungen haben und zudem vor der Armutsfalle bewahrt werden", sagte Brysch. "Doch gebracht hat es nichts. Denn das zusätzliche Geld im System ist bereits jetzt aufgebraucht." Dies zeige die steigende Zahl der Sozialhilfeempfängern in der Pflege.

Appell an Bundesgesundheitsminister Spahn

Der bisher gezahlte Zuschuss aus der Pflegekasse reiche nicht einmal aus, um die reinen Pflegekosten im Heim zu bezahlen, so Brysch weiter. Der Eigenanteil für die Pflege in den Einrichtungen habe sich in den vergangenen drei Jahren um knapp ein Drittel erhöht. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dürfe das Problem nicht weiter vor sich herschieben, forderte der Patientenschützer. "Er muss jetzt ein zukunftsfähiges Konzept zur Pflegefinanzierung vorlegen."

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