Touristen laufen während der Hitzewelle in Athen an einem Café durch Wasserstrahlen, das auf den Gehweg versprüht wird. | AFP

Weltweiter Temperaturrekord Wärmster Juli seit 1880

Stand: 13.08.2021 21:15 Uhr

Mehr als 140 Jahre reichen die weltweiten Wetterdaten der US-Klimabehörde NOAA zurück. In diesem Jahr beobachteten die Forscher einen außergewöhnlich warmen Juli. Das lag vor allem an der Hitze in Asien und Europa.

Der Juli ist weltweit gewöhnlich der wärmste Monat des Jahres. Doch so warm wie in diesem Jahr war er seit 1880 noch nie. Die Durchschnittstemperatur über Land- und Ozeanflächen habe um 0,93 Grad über dem Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts von 15,8 Grad gelegen, teilte die US-Klimabehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) mit.

Kinder kühlen sich in der Salmon Springs Fountain ab, während eine Hitzewelle den pazifischen Nordwesten in Portland, Oregon, trifft. | Reuters

Abkühlung dringend nötig: Ob hier in Portland, Oregon... Bild: Reuters

Sonne in Helsinki | via REUTERS

... oder im finnischen Helsinki. Der Juli sorgte weltweit für Hitze. Bild: via REUTERS

Bisher galten laut der NOAA-Erhebung 2016, 2019 und 2020 als die Jahre mit den höchsten Durchschnittstemperaturen im Juli. Der in diesem Jahr gemessene Wert liegt 0,01 Grad höher. "Dieser neue Rekord kommt zu dem verstörenden und zersetzenden Weg, den die Klimaveränderung der Erde bereitet, hinzu", sagte NOAA-Chef Rick Spinrad.

Basierend auf den bisher vorliegenden Daten gehen die amerikanischen Klimaforscher davon aus, dass 2021 zu den zehn heißesten Jahren seit Aufzeichnungsbeginn zählen wird.

Zweitwärmster Juli in Europa

Besonders warm war es nach Angaben der NOAA vor allem in Asien. In Europa war es der zweitwärmste jemals verzeichnete Juli. Das hatte vor wenigen Tagen der europäische Klimawandeldienst Copernicus mitgeteilt. Wärmer war es demnach in einem europäischen Juli zuvor lediglich im Jahr 2010 gewesen, als unter anderem über dem Westen Russlands eine heftige Hitzewelle geherrscht hatte.

In diesem Jahr gab es zwischen dem Baltikum und dem östlichen Mittelmeerraum eine Hitzewelle, besonders zum Monatsende hin seien die Hitzebedingungen im Südosten des Kontinents schwierig gewesen. Auch im Osten Islands und Grönlands hätten die Temperaturen weit über dem Durchschnitt gelegen. Im Gegensatz dazu sei der Monat unter anderem in einem Streifen zwischen Portugal und Deutschland etwas kühler als der Durchschnitt der Vergleichsjahre 1991 bis 2020 gewesen.

Der Klimawandeldienst der EU erstellt monatlich Berichte über die Lufttemperatur, das Meereis und den Wasserkreislauf. Er stützt sich auf Messdaten von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen rund um den Globus sowie Modellrechnungen.

Laut dem in der vergangenen Woche veröffentlichten ersten Teil des aktuellen Sachstandsberichts des Weltklimarats IPCC erwärmt sich die Erde schneller als bislang angenommen und wird bereits gegen 2030 1,5 Grad wärmer sein als im vorindustriellen Zeitalter.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. August 2021 um 05:13 Uhr.