Eine Anhängerin von US-Präsident Trump hält ein QAnon-Schild hoch. | Bildquelle: AFP

Verschwörungsmythen Facebook geht härter gegen QAnon vor

Stand: 07.10.2020 03:26 Uhr

Facebook und Instagram wollen noch schärfer gegen die Verschwörungsmythen von QAnon vorgehen. Das Unternehmen teilte mit, alle Seiten und Gruppen der Bewegung würden künftig gelöscht.

Die Online-Netzwerke Facebook und Instagram verschärfen ihr Vorgehen gegen die QAnon-Bewegung, die Verschwörungsmythen verbreitet und US-Präsident Donald Trump unterstützt. So sollen künftig alle Facebook-Seiten und -Gruppen sowie alle Instagram-Konten mit Verbindungen zu QAnon entfernt werden, "selbst wenn sie keinen gewalttätigen Inhalt haben."

Im August hatte Facebook bereits rund 800 Gruppen, 100 Seiten und 1500 Anzeigen mit Verbindungen zu QAnon aus seinem Netzwerk entfernt. Für mehr als 10.000 Instagram-Konten, 440 Facebook-Seiten und fast 2000 Facebook-Gruppen wurden zudem Restriktionen verhängt, um die Reichweite von QAnon-Inhalten einzuschränken. Auch mehr als 300 sogenannte Hashtags - also Schlagworte - mit Bezug zu QAnon wurden deshalb in beiden Netzwerken blockiert.

Auch Twitter geht gegen QAnon vor

Der Kurzbotschaftendienst Twitter hatte bereits zuvor tausende Konten mit Verbindungen zu QAnon gelöscht. Die QAnon-Bewegung verbreitet die Behauptung, dass die USA von einer kriminellen Organisation beherrscht würden, der etwa die früheren Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama, der Milliardär George Soros sowie diverse Hollywoodstars angehören sollen.

Viele QAnon-Botschaften haben antisemitischen und rechtsradikalen Charakter. Unter den QAnon-Anhängern sind viele Trump-Unterstützer. Anhänger der Bewegung nahmen zuletzt auch an Protesten gegen die Corona-Restriktionen in den USA teil. 

Druck auf Online-Netzwerke steigt

Trump hatte nach der Facebook-Entscheidung im August gesagt, er wisse nicht viel über QAnon. Die Anhänger der Bewegung seien aber "Leute, die unser Land lieben". In den USA und anderen Ländern hat in den vergangenen Monaten der Druck auf die Betreiber der großen Onlinenetzwerke stark zugenommen, gegen Hassbotschaften und Falschinformationen vorzugehen.

In den USA wird die Debatte über derartige Onlinebotschaften angesichts der Präsidentschaftswahl am 3. November besonders intensiv geführt. Facebook und andere Internetunternehmen ergriffen in den vergangenen Monaten bereits diverse Maßnahmen gegen aufwiegelnde, manipulative und irreführende Botschaften auf ihren Seiten. Am Donnerstag hatte Facebook Wahlwerbung von US-Präsident Trump mit kritischen Äußerungen über Flüchtlinge aus seinem Netzwerk entfernt.

Facebook geht härter gegen QAnon vor
Katharina Wilhelm, ARD Los Angeles
07.10.2020 06:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. Oktober 2020 um 06:01 Uhr.

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