Umgeben von Rauschwaden stehen Demonstranten auf einer Straße in der US-Stadt Brooklyn Center. | AFP

US-Bundesstaat Minnesota Proteste nach Tod eines Schwarzen

Stand: 12.04.2021 10:44 Uhr

In Brooklyn Center ist ein junger Schwarzer durch Schüsse eines Polizisten tödlich verletzt worden. Die Details rund um den Vorfall sind noch unklar. Er löste teils gewaltsame Proteste in der amerikanischen Vorstadt aus.

In der Stadt Brooklyn Center im US-Bundesstaat Minnesota ist ein junger Schwarzer durch Schüsse aus der Waffe eines Polizisten ums Leben gekommen. Die genauen Hintergründe des Vorfalls sind noch nicht vollständig geklärt. Trotzdem rief der Todesfall erneut Proteste gegen mutmaßliche Polizeigewalt hervor.

US-Medien zufolge handelt es sich bei dem Toten um einen 20 Jahre alten Schwarzen. Die Polizei selbst äußerte sich zunächst nicht zu der Identität des Getöteten. Der Mann wurde am Sonntagnachmittag Ortszeit in der Vorstadt der US-Metropole Minneapolis wegen eines Verkehrsverstoßes angehalten. Bei der Überprüfung seiner Daten stellten die Beamten fest, dass ein Haftbefehl vorlag.

Als die Polizisten versuchten, ihn festzunehmen, floh der 20-Jährige mit seinem Wagen. Daraufhin gab einer der Polizisten Schüsse auf das Fahrzeug ab und traf dabei den Fahrer, wie die zuständige Polizeidienststelle mitteilte. Der Mann starb demnach noch vor Ort, eine Beifahrerin wurde verletzt und in ein Krankenhaus eingeliefert.

Hunderte versammeln sich zum Protest

Noch am selben Abend gingen in Brooklyn Center Hunderte Menschen auf die Straße. Einige schwenkten Fahnen der "Black Lives Matter"-Bewegung. Medien zufolge kletterten die Protestierenden teilweise auf Streifenwagen der Polizei und provozierten Beamte. Auch vor der Polizeiwache der Stadt kamen Demonstranten zusammen. Teilweise eskalierten die Proteste in Auseinandersetzung mit der Polizei. Übereinstimmenden Berichten zufolge setzten Beamte Tränengas und Blendgranaten ein, um die Demonstration aufzulösen.

Der Bürgermeister der Stadt, Mike Elliott, rief per Tweet dazu auf, Ruhe zu bewahren. Er sprach von einem "tragischen Zwischenfall". Auch Tim Walz, Gouverneur von Minnesota äußerte sich auf Twitter und kondolierte der Familie des Verstorbenen. Wieder sei das Leben eines schwarzen Mannes von Polizeikräften beendet worden.

Ermittlungen sollen Vorfall aufklären

Nach Polizeiangaben wurden zu dem Todesfall Ermittlungen aufgenommen. Die an der Kontrolle des Schwarzen beteiligten Beamten sollen demnach Bodycams getragen haben, deren Aufnahmen möglicherweise Aufschluss über die genauen Abläufe geben könnten. Zudem soll sich im Fahrzeug des 20-Jährigen eine Dashcam befunden haben, die eventuell aktiviert wurde, als er bei seinem Fluchtversuch mit einem anderen Auto zusammenstieß.

Derzeit findet in Minneapolis, das an Brooklyn Center grenzt, der Prozess gegen einen früheren Polizisten statt, der im Mai 2020 an dem Einsatz beteiligt war, der im Tod des Schwarzen George Floyd endete. Der Angeklagte soll Floyd mehr als neun Minuten lang das Knie in den Nacken gedrückt haben. Floyd verlor daraufhin das Bewusstsein und starb kurz darauf.

Laut gerichtsmedizinischem Gutachten war der 46-Jährige infolge des gewaltsamen Vorgehens erstickt. Wegen des Todesfalles müssen sich insgesamt vier Polizisten vor Gericht verantworten. Floyds Tod rief in den gesamten USA massive Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt hervor.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 12. April 2021 um 10:15 Uhr.