Tedros Adhanom Ghebreyesus bei der WHO-Konferenz zum Coronavirus in Genf | Bildquelle: dpa

Coronavirus-Pandemie WHO weist Trumps Kritik zurück

Stand: 08.04.2020 20:29 Uhr

Die WHO wehrt sich gegen die scharfe Kritik von US-Präsident Trump und seine Drohung, Mittel zu streichen. Das Virus zu politisieren sei gefährlich, sagte WHO-Chef Tedros - und forderte Solidarität statt Schuldzuweisungen.

Auf die Kritik von US-Präsident Donald Trump am Handeln seiner Organisation in der Corona-Krise hat der Vorsitzende der Weltgesundheitsorganisation Tedros Adhanom Ghebreyesus mit warnenden Worten reagiert. Es sei gefährlich das Coronavirus zu politisieren, sagte er. "Das ist ein Spiel mit dem Feuer".

Drei Anliegen seien ihm wichtig, sagte Tedros weiter: "Einheit auf nationaler Ebene, Covid nicht für politische Zwecke nutzen. Zweitens: ehrliche Solidarität auf globaler Ebene. Und: ehrliche Führung vonseiten der USA und Chinas." Gleichzeitig sprach er den USA seinen Dank aus - sie seien der größte Beitragszahler unter den WHO-Mitgliedsländern.

Der WHO-Chef betonte, dass seine Organisation die Mitgliedsländer und die Weltöffentlichkeit sehr früh über die neue Krankheit in China informiert habe. Zudem wies er Trumps Kritik zurück, die WHO sei "China-zentriert". Die WHO stehe jedem Land nah, sie sei farbenblind. Gleichwohl räumte er ein, dass die WHO auch Fehler mache. Nach der Pandemie solle die Reaktion der WHO analysiert werden.

Trump droht WHO mit Mittelkürzungen
tagesschau 20:00 Uhr, 08.04.2020, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Trump: WHO hat es "wirklich vermasselt"

Zuvor hatte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, Trumps Vorstoß zurückgewiesen. "Wir sind noch immer in der akuten Phase der Pandemie, daher ist jetzt nicht die Zeit, die Finanzierung zu verringern", sagte er.

Trump hatte mit einem Stopp von Beitragszahlungen gedroht. "Ich sage nicht, dass wir es tun werden, wir werden es untersuchen und die Beendigung der Finanzierung prüfen", sagte Trump.

Er revidierte damit eine nur wenige Minuten zuvor getroffene Aussage, wonach US-Gelder für die WHO auf Eis gelegt werden sollten - was so klang, als sei die Entscheidung bereits getroffen worden. Trump ruderte zurück, als eine Reporterin ihn fragte, ob eine Pandemie der richtige Zeitpunkt sei, um Beitragszahlungen einzufrieren.

In einem Tweet hatte Trump der Organisation unterstellt, es in der Coronavirus-Pandemie "wirklich vermasselt" zu haben. Bei der Pressekonferenz legte er nahe, dass die WHO "wahrscheinlich" zu Beginn der Pandemie mehr gewusst habe als sie offenlegte.

Wurde Trump bereits Ende Januar gewarnt?

Trump war zuletzt in die Kritik geraten: Medienberichten zufolge hatte ein ranghoher Berater des Präsidenten bereits Ende Januar vor einer Coronavirus-Pandemie gewarnt, in deren Folge Hunderttausende Amerikaner ums Leben kommen könnten.

Von den Warnungen seines Beraters will Trump nichts gewusst haben, wie er am Dienstagabend sagte. Er habe erst jetzt davon erfahren - aber dennoch aus eigenem Antrieb im Sinne dieser Warnungen gehandelt.

Trump hatte China, wo das Virus erstmals aufgetaucht war, wegen der Pandemie wiederholt scharf angegriffen. Washington wirft Peking fehlende Transparenz zu Beginn des Ausbruchs vor und bezweifelt auch dortige aktuelle Corona-Statistiken. Wiederholt sprach Trump vom "chinesischen Virus".

Konjunkturpaket soll aufgestockt werden

Die Arbeitslosenquote ist in den USA in die Höhe geschnellt, die Wirtschaft befindet sich im Sinkflug. Trump sagte, er werde den US-Kongress darum bitten, das riesige US-Konjunkturpaket nochmals um 250 Milliarden US-Dollar aufzustocken. Den Demokraten geht das nicht weit genug: Sie wollen die Mittel um 500 Milliarden US-Dollar erhöhen.

Mit fast 400.000 sind die weltweit meisten Infektionsfälle in den USA bekannt. Dort wurden am Dienstag mehr als 1800 weitere Tote gemeldet - so viele wie nie zuvor an einem einzigen Tag. Insgesamt starben mehr als 12.700 Menschen, allein im Bundesstaat New York erlagen binnen eines Tages 731 Menschen der vom Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

Nach Trump-Tweet: WHO weist Kritik zurück
Dietrich Karl Mäurer, ARD Zürich
08.04.2020 16:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. April 2020 um 15:15 Uhr.

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