Petersdom und Petersplatz in Rom
Hintergrund

Arbeit im Vatikan Aufgaben der Bischofssynode

Stand: 08.04.2016 10:58 Uhr

Die Bischofssynode ist ein Beratunggremium des Papstes, dem sie direkt untersteht. Sie soll das Kirchenoberhaupt bei der Bewahrung der Einheit der Gesamtkirche unterstützen - Entscheidungen treffen darf die Versammlung nicht.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom

In der katholischen Kirche ist die Bischofssynode in erster Linie ein Beratungsgremium des Papstes. Die Idee, daraus eine feste Institution zu machen, entstand während des Zweiten Vatikanischen Konzils. Damals war der Ruf nach mehr Kollegialität und einer stärkeren Berücksichtigung der Ortskirchen laut geworden. Offiziell eingerichtet wurde die Bischofssynode von Papst Paul VI. 1965. Einberufen wird sie seitdem etwa alle drei bis vier Jahre vom Papst, der in der Regel auch selbst bei den Beratungen dabei ist.

Jan-Christoph Kitzler ARD-Studio Rom

Teilnehmer sind nicht etwa alle rund 5000 Bischöfe aus der ganzen Welt wie bei einem Konzil, sondern Delegierte. Bei der Bischofssynode im Oktober 2015 waren es etwa 300 Bischöfe. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Ortskirchen jeweils ihrer Größe entsprechend repräsentiert waren. Hinzu kamen zehn Vertreter der Orden, Entsandte anderer christlicher Kirchen und rund 100 vom Papst zusätzlich ernannte Bischöfe und Experten. Nur 13 Teilnehmer der Synode waren Frauen. Stimmberechtigt sind allerdings nur Bischöfe.

Revolutionäre Neuerungen sind eher selten

Erstmals hatte sich die Bischofssynode gleich zwei Mal mit einem Thema befasst. Im Oktober 2014 in einer außerordentlichen Generalversammlung und im Oktober 2015 in einer sogenannten ordentlichen Generalversammlung ging es um das Thema Ehe und Familie. Darunter fallen auch heiße Eisen der katholischen Kirche wie den Umgang mit Geschiedenen, die wieder heiraten, oder mit Homosexuellen. Am Ende hatten die Synoden ein gemeinsames Papier beschlossen, das nach tagelangen Beratungen erarbeitet worden war.

Die Beschlüsse einer Synode sind für den Papst nicht bindend, was er daraus macht, bleibt ihm überlassen. In der Vergangenheit hatten die Päpste "nachsynodale apostolische Schreiben" veröffentlicht. So hält es auch Papst Franziskus. Sein Text trägt den Namen "Amoris Laetitia" - "Freude der Liebe". Revolutionäre Neuerungen haben diese Texte bislang eher nicht gebracht.