Wladimir Putin und Emomali Rachmon nehmen an einer Militärparade in Moskau teil. | AP

Putin bei Militärparade in Moskau "Interessen standhaft verteidigen"

Stand: 09.05.2021 14:31 Uhr

Mit einer großen Militärparade feiert Russland den Sieg über NS-Deutschland vor 76 Jahren. Kremlchef Putin versprach seinem Land auch für die Zukunft Schutz vor Angriffen von außen.

Von Martha Wilczynski, ARD-Studio Moskau

Es war eine Militärparade, wie Moskau sie kennt - aus Zeiten vor der Pandemie. Obwohl diese auch in Russland noch längst nicht besiegt ist. Mehr als 12.000 Militärangehörige marschierten am Vormittag über den Roten Platz - festlich in Reih und Glied, allesamt ohne Masken.

Martha Wilczynski ARD-Studio Moskau

Die Teilnehmer der Parade seien alle geimpft, hieß es vorab aus dem Verteidigungsministerium. Und auch Präsident Wladimir Putin habe bereits beide Impfdosen erhalten, unterstrich der Sprecher des Staatlichen Ersten Kanals vor Beginn der Live-Übertragung. Von welchem Impfstoff, das bleibt allerdings weiterhin geheim.

Veteranen direkt hinter Putin

Trotz aller Vorkehrungen war bis zuletzt unklar, ob auch Veteranen an der diesjährigen Siegesparade teilnehmen würden. Die meisten von den noch lebenden sind immerhin weit über 90 Jahre alt. Doch da saßen sie - auf der Ehrentribüne direkt hinter dem russischen Präsidenten: 

Unsere lieben Veteranen. Wir verneigen uns vor Ihrem Mut und Ihrer Standhaftigkeit. Vielen Dank für ein unsterbliches Beispiel für Solidarität und Liebe zum Mutterland.

In seiner traditionellen Rede betonte Putin, dass dieses Jahr nicht nur der Erinnerung an das Ende des Krieges gewidmet sei, sondern auch an seinen Anfang:

In diesem Jahr jährt sich der Beginn des Großen Vaterländischen Krieges zum 80. Mal. Der 22. Juni 1941 ist eines der tragischsten Daten in unserer Geschichte. Der Feind griff unser Land an, kam in unser Land, um zu töten, Tod und Schmerz, Entsetzen und unermessliches Leid zu säen.

Putin: Sicherheit seines Volkes

Unter Stalin war die Zahl der Todesopfer kleingehalten worden. Von etwa sieben Millionen war damals die Rede. Heute spricht man in Russland von mehr als 26 Millionen sowjetischen Kriegsopfern.

"Der Krieg brachte so viele unerträgliche Prüfungen, Trauer und Tränen mit sich, dass man ihn nicht vergessen kann", sagte Putin. Und es gebe keine Vergebung und Entschuldigung für diejenigen, die wieder über aggressive Pläne nachdächten. Er betonte, Russland werde seine nationalen Interessen nachdrücklich verteidigen und die Sicherheit seines Volkes gewährleisten.

Warnung an Feinde Russlands

Bereits in seiner Rede an die Nation vor gut zwei Wochen hatte Putin die sogenannten "Feinde Russlands" davor gewarnt, bestimmte "Rote Linien" zu überschreiten. Sie würden es sehr bereuen, sollte sich Russland dazu entschließen, auf Aggressionen entsprechend zu antworten.

Außer dem tadschikischen Präsidenten Emomalij Rahmon waren am heutigen Paradentag keine weiteren ausländischen Staatschefs zu Gast. Auf die Frage eines Reporters, wie er die Parade fand, antwortete Putin kurz und klar: toll!

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Mai 2021 um 13:23 Uhr.