Der Berater der russischen Raumfahrtbehörde, Iwan Safronow, in einem Gerichtssaal hinter Gittern | Bildquelle: dpa

Russischer Journalist Safronow wegen Hochverrats angeklagt

Stand: 13.07.2020 16:49 Uhr

Der frühere Reporter Safronow war vergangene Woche in Russland festgenommen worden. Jetzt wurde er angeklagt. Die Behörden werfen ihm Hochverrat vor. Er soll für ausländische Geheimdienste gearbeitet haben.

Die russischen Behörden haben eine Anklage wegen Hochverrats gegen den früheren Journalisten Iwan Safronow erhoben. Das bestätigte sein Anwalt russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Genaue Angaben und Beweise zu den Anschuldigungen gebe es aber nicht. Bei einem Schuldspruch drohen Safronow bis zu 20 Jahre Haft.

Der 30-Jährige, der für die angesehenen Zeitungen "Kommersant" und "Wedomosti" arbeitete, war in der vergangenen Woche festgenommen worden. Er hatte mitgeteilt, sich nicht schuldig zu bekennen.

Vorwurf der Spionage

Safronow wird vorgeworfen, seit 2012 für die Geheimdienste eines europäischen Staates, genannt wird die Tschechische Republik, spioniert zu haben und vertrauliche Informationen über Waffendeals und Einsätze der russischen Streitkräfte in Afrika und im Nahen Osten weitergegeben haben. Abnehmer der Staatsgeheimnisse sollen die USA gewesen sein.

Die Festnahme sorgte für Empörung weil Safronow zu den kritischen Journalisten in Russland gehört. Er schrieb über Skandale in der Rüstungsindustrie. Zuletzt arbeitete er als Berater für die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos.

Aus Protest gegen die Anklage versammelten sich vor dem Untersuchungsgefängnis zahlreiche Journalisten, die aus Solidarität Mahnwachen abhielten. Mehrere Menschen wurde festgenommen, darunter auch ehemalige Kollegen Safronows. Sie trugen T-Shirts mit der Aufschrift "Freiheit für Safronow".

Safronow des Hochverrats angeklagt: Festnahmen bei Solidaritätsaktionen
Christina Nagel, ARD Moskau
13.07.2020 17:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Juli 2020 um 05:50 Uhr in der Sendung "Informationen am Morgen".

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