Russlands Präsident Putin beobachtet einen paralympischen Wettkampf in Sotschi 2014 | Bildquelle: AP

Russische Dopingaffäre Kreml spricht von "Verleumdung"

Stand: 30.01.2018 13:49 Uhr

"Verleumdung" nennt sie Putins Sprecher - die Vorwürfe einer direkten Verstrickung des Präsidenten ins Staatsdoping. Mit scharfen Worten kritisiert der Kreml einen entsprechenden ARD-Bericht und seine Quelle.

Der Kreml hat Vorwürfe eines ARD-Berichts, Russlands Präsident Wladimir Putin sei direkt in die Staatsdoping-Affäre verwickelt gewesen, scharf zurückgewiesen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sprach von "Verleumdung". Es gebe nicht einen einzigen Beweis für die Beschuldigungen.

In der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping - Das Olympia-Komplott" hatte der russische Whistleblower Grigori Rodschenkow Putin eine Mitwisserschaft im Doping-Skandal während der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi vorgeworfen. "Natürlich kam es von ganz oben, vom Präsidenten. Weil nur er den Inlandsgeheimdienst FSB für eine so spezielle Aufgabe einsetzen kann", sagt Rodschenkow darin.

Der ehemalige Leiter des Moskauer Dopinglabors Grigori Rodtschenkow | Bildquelle: dpa
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In der ARD-Dokumentation erhebt der ehemalige Leiter des Moskauer Doping-Labors, Rodschenkow, schwere Vorwürfe gegen Präsident Putin.

Rodtschenkow war früher Leiter des Moskauer Doping-Analyselabors und floh 2016 in die Vereinigten Staaten - nach dem plötzlichen Tod von zwei ranghohen Mitarbeitern der russischen Anti-Dopingagentur. Nachdem er zunächst eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit dem russischen Staatsdoping hatte, kooperiert er inzwischen mit den Ermittlern. In den USA lebt er an unbekanntem Ort. Von den russischen Behörden wird er gesucht.

Rodschenkow - "ein Idiot" und unglaubwürdig

Peskow nannte Rodschenkow unglaubwürdig. Er warf ihm "moralische Labilität" vor. In Russland wird gegen ihn ermittelt. Zugleich kritisierte Peskow, Rodschenkow sei die einzige Quelle der Berichterstattung. "Eine derart übersteigerte Treue dazu, Rodschenkow als einen bestellten Verleumder einzusetzen, sowie die fehlende Bereitschaft und der fehlende Wunsch, andere Quellen zu nutzen, um diese Informationen zu überprüfen, rufen bei uns Unverständnis hervor", so der Sprecher.

Auch Putin selbst meldete sich zu Wort. Wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtet, soll er Rodschenkow bei einem Treffen mit Vertrauten als "Idiot" bezeichnet haben. "Der Mensch hat ganz offensichtlich Probleme mit dem Gesetz, und hat rechtswidrig gehandelt. Er gehört ins Gefängnis, stattdessen wurde er zum Leiter des Anti-Dopinglabors ernannt", zitierte Interfax den Staatschef weiter.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Januar 2018 um 14:00 Uhr.

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