Queen Elizabeth II.

Queen zu Brexit Königlich dezente Einmischung

Stand: 25.01.2019 11:40 Uhr

Dass sich die Queen zur Tagespolitik äußert - eigentlich undenkbar für das britische Staatsoberhaupt. Bei einem Thema kann die Königin dann doch nicht schweigen, nimmt das Wort Brexit aber nicht in den Mund.

Vor der für kommende Woche angesetzten Brexit-Abstimmung im britischen Parlament mahnt Königin Elizabeth II. dazu, Streitigkeiten gütlich beizulegen.

Die britische Königin fährt in einer Kutsche zur Militärparade anlässlich ihres 92. Geburtstag. | AFP

Die britische Königin Elizabeth II. möchte, dass wieder Ruhe in ihrem Land herrscht. Bild: AFP

Auf "der Suche nach neuen Antworten in der modernen Zeit" bevorzuge sie "bewährte Rezepte", sagte sie in einer Rede in Norfolk. Es gehe darum, "gut übereinander zu reden, unterschiedliche Standpunkte zu respektieren, Gemeinsamkeiten auszuloten "und niemals das größere Bild aus dem Auge zu verlieren". Diese Ansätze seien "zeitlos und ich empfehle sie allen".

Beendet die Brexit-Fehde

Zwar nahm die 92-Jährige das Wort Brexit nicht in den Mund. Britische Medien interpretierten ihre Rede dennoch als klare Botschaft an die Politik. Die "Times" titelt: "Queen zu kriegsführenden Politikern: Beendet die Brexit-Fehde."

Schon in ihrer Weihnachtsansprache hatte die Königin zu mehr Respekt trotz großer Differenzen aufgerufen. Auch das werteten Kommentatoren als Anspielung auf die Brexit-Streitereien.

Philip Hammond | REUTERS

Philip Hammond über die Äußerungen der Queen: "In diesen Worten steckt große Weisheit". Bild: REUTERS

Für den Aufruf von Königin Elizabeth II. zur Beilegung der Streitigkeiten zeigte der britische Finanzminister Philip Hammond Verständnis.

Der BBC sagte Hammond: "Ich glaube nicht, dass irgendjemand überrascht sein wird, zu hören, dass die Queen die Ansicht vertritt, dass wir in allen kontroversen Dingen einen Kompromiss suchen sollten. Wir sollten eine gemeinsame Basis suchen, wir sollten einen Weg nach vorne suchen. "

Die Queen und die Politik

Dass sich die Queen zur Tagespolitik äußert, ist die unbedingte Ausnahme. Seit 1688 ist England eine konstitutionelle Monarchie - das heißt, die Rechte der Monarchen sind von der Verfassung eingeschränkt. Die politische Macht hat das demokratisch gewählte Parlament.

Trotzdem ist der Einfluss Queen Elizabeths II. nicht zu unterschätzen. Sie wird vom Kabinett regelmäßig über die tagespolitischen Ereignisse informiert. Das ist kein Pflichttermin, sondern echtes Interesse.

Über dieses Thema berichtete am 25. Januar 2019 NDR Info um 10:45 Uhr in den Nachrichten und Deutschlandfunk24 um 11:00 Uhr in den Nachrichten.

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KOMMENTARE

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Provinzposse 25.01.2019 • 17:16 Uhr

Eine weise Queen!

Schade, dass es den Parlamentariern an dieser Weisheit fehlt. Zu mehr als Stammtisch-Sprüchen reichen deren Kenntnisse offenbar nicht mehr. Schlimm, dass neben einer ganzen Nation auch Theresa May verheizt wird. Auch ihr sollte man deutlich mehr Respekt zollen. Von den Verrätern Johnson und Varrage hört man inzwischen nichts mehr. Hoffenntlich bleibt das so!