Ein Kind schaut auf Flugzeuge, neben ihm ein Schild "Have Hope"

Verschwundene Boeing der Malaysia Airlines Jetzt sucht China auch mit Satelliten

Stand: 11.03.2014 05:14 Uhr

Bei der Suche nach dem seit vier Tagen verschollenen malaysischen Passagierflugzeug setzt China nun auch Satelliten ein. Wie die Zeitung der chinesischen Volksbefreiungsarmee berichtete, wurden zehn Satelliten neu ausgerichtet, um die Suchaktion nach der mit 239 Menschen an Bord verschwundenen Boeing 777 der Malaysia Airlines zu unterstützen.

In Peking war der Ärger über die anhaltende Ratlosigkeit der malaysischen Behörden zuletzt gewachsen. Fast zwei Drittel der 227 Passagiere waren Chinesen.

Suchgebiet erweitert

Die Maschine war am Samstag auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking ohne vorherigen Alarm, bei gutem Wetter und mit einem erfahrenen Piloten im Cockpit plötzlich von den Radarschirmen verschwunden. Alle Hinweise auf einen möglichen Absturzort erwiesen sich bislang als falsch. Mehrere auf dem Wasser treibende Objekte waren letztlich keine Wrackteile.

"Leider haben wir weder Teile gefunden, die zum Flugzeug gehören könnten, noch das Flugzeug selbst", berichtete der Chef der malaysischen Luftfahrtbehörde, Azharuddin Abdul Rahman. Die Behörden ermitteln demnach in alle Richtungen und schließen nichts aus.

An der Suchaktion sind Teams aus neun Ländern beteiligt, darunter Malaysia, China, Vietnam und die USA. Sie sind mit 34 Flugzeugen und 40 Schiffen im Einsatz, um das vermisste Flugzeug aufzuspüren. Das Suchgebiet wurde inzwischen erweitert. Es umfasst nunmehr rund 100.000 Quadratkilometer. Das entspricht etwa der Fläche von Bayern und Baden-Württemberg.

Iraner kaufte Tickets für Passagiere mit gestohlenem Pass

Den Behörden gelang es inzwischen, einen der beiden Männer zu identifizieren, die mit gestohlenen Pässen an Bord waren. Die Männer waren mit Pässen unterwegs, die einem Österreicher und einem Italiener 2012 und 2013 in Thailand gestohlen worden waren.

Wie die Polizei im thailändischen Badeort Pattaya mitteilte, wurden die Tickets für beide Männer von einem Iraner namens Ali gebucht, der aus dem Iran anrief. "Es ist uns bislang nicht gelungen, die Nummer herauszufinden", sagte Pattayas Polizeichef Supachai Phuikaewkhum. Eine nicht registrierte Agentur namens "Grand Horizon" habe den Auftrag entgegengenommen, eine zweite Agentur, "Six Stars Travel", habe die Buchung dann durchgeführt. Die Tickets seien von einem weiteren Iraner, der in Pattaya ansässig ist, bar bezahlt worden. "Wir haben diesen Mann befragt, aber wir haben nichts Verdächtiges herausgefunden", sagte Supachai.

Die Ermittlungen legen nahe, dass die Männer nur möglichst billig nach Europa gelangen wollten und eher zufällig an Bord des Unglücksflugs waren. Offenbar wollten sie über Peking nach Amsterdam fliegen, um dort nach Frankfurt beziehungsweise Kopenhagen umzusteigen.

Flugroute der Malaysian-Airlines-Maschine