Doping-Labor in Rio de Janeiro (Archivbild 2015)

Sechs Wochen vor Olympia WADA suspendiert Kontroll-Labor in Rio

Stand: 24.06.2016 22:19 Uhr

Neuer Schock für die Olympia-Veranstalter in Rio: Während der Sommerspiele können im Anti-Doping-Labor vor Ort womöglich keine Tests durchgeführt werden. Die WADA entzog dem Labor vorläufig die Akkreditierung.

Sechs Wochen vor den Olympischen Spielen in Rio gibt es neue Probleme für die Organisatoren: Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA suspendierte das Kontroll-Labor in Rio de Janeiro. Die Einrichtung, in der bei den Sommerspielen 5000 Dopingproben analysiert werden sollen, sei nicht konform mit dem internationalen Standard, teilte die WADA mit. Die Sperre ist bereits seit Mittwoch wirksam und gilt für maximal sechs Monate.

Urin- und Blutproben müssten in dieser Zeit in einem ausländischen Labor mit WADA-Lizenz analysiert werden. Das erfordert einen großen logistischen und finanziellen Aufwand. Das Exekutivkomitee der WADA oder ihr Vorsitzender könnten die Sperre wieder aufheben, sollte ein Disziplinarkomitee entscheidende Verbesserungen feststellen.

"Sportler können darauf vertrauen, dass die Sperre erst aufgehoben wird, wenn das Labor wieder optimal arbeitet", sagte WADA-Generaldirektor Olivier Niggli. Man wolle eng mit dem Rio-Labor zusammenarbeiten, um die identifizierten Probleme zu lösen, kündigte er an. Was genau beanstandet wurde, teilte die WADA nicht mit.

Doping-Labor in Rio de Janeiro (Archivbild 2015)

Die WADA suspendierte das Doping-Labor in Rio (Archivbild 2015).

Nicht zum ersten Mal suspendiert

Das Rio-Labor Ladatec verlor nicht zum ersten Mal seine Akkreditierung: Bereits 2012 wurde es von der WADA wegen eines fälschlichen positiven Tests suspendiert; erst 2013 durfte es wieder Analysen durchführen.

Das Labor befindet sich in der Universität Federal do Rio de Janeiro und hat rund 188 Millionen Reais (rund 47 Millionen Euro) gekostet. 130 bis 140 brasilianische Kontrolleure sollten nach bisherigen Planungen im Einsatz sein. Das Doping-Labor sollte bei den Sommerspielen rund um die Uhr arbeiten.

Die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele werden zudem von Finanzproblemen, politischen Turbulenzen, der Ausbreitung des Zika-Virus sowie von Doping-Fällen überschattet.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. Juni 2016 um 09:27 Uhr

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KOMMENTARE

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nie wieder spd 25.06.2016 • 06:14 Uhr

Funktionäre einer durch und

Funktionäre einer durch und durch korrupten Organisation schliessen ein Kontrolllabor? Das kann alles oder nichts bedeuten. Es ist doch lächerlich sich über dopende Sportler zu unterhalten, wenn beim Fussball und bei Olympia nahezu jeder Funktionär, der etwas zu sagen hat, die Hand aufhält. Bei der EM wird noch nichtmal kontrolliert, obwohl mindestens ein deutscher Fußballspieler in aller Öffentlichkeit einen Asthmainhalator benutzt, der alles Mögliche versprühen kann. Jogi klopfte ihm noch aufmunternd auf die Schulter. Und obwohl es eine Liveübertragungen war, hats natürlich niemand gesehen. Lasst sie einfach Dopen, die müssen schließlich Geld verdienen. Verlierer bekommen nichts.