Wandbild in Malaysia zum MH370-Verschwinden | Bildquelle: dpa

Verschollenes Flugzeug Letzte Suche nach MH370 eingestellt

Stand: 29.05.2018 11:36 Uhr

Die privat organisierte Suche nach dem Wrack von Flug MH370 ist vorbei. Das teilte das Unternehmen Ocean Infinity mit - man sei "extrem enttäuscht". Von der Maschine und den 239 Menschen fehlt weiter jede Spur.

Mehr als vier Jahre nach dem Verschwinden von Malaysia-Airlines-Flug MH370 ist auch die vorläufig letzte Suche ohne Erfolg zu Ende gegangen. Der Chef der US-Firma Ocean Infinity, Oliver Plunkett, gab bekannt, dass die groß angelegte private Mission mit Tauchrobotern gescheitert ist. "Wir beenden unsere laufende Suche mit schwerem Herzen, ohne dass wir unser Ziel erreicht haben", heißt es in einer Stellungnahme. Das Ergebnis sei "extrem enttäuschend."

100.000 Quadratkilometer abgesucht

Die amerikanische Firma hatte in den vergangenen Monaten mit Tauchrobotern versucht, das Wrack auf dem Grund des Indischen Ozeans ausfindig zu machen. Insgesamt suchte sie eine Fläche von mehr als 100.000 Quadratkilometern ab. Nach zweimaliger Verlängerung kündigte Malaysias Regierung jedoch an, dies nicht länger zu unterstützen. Bei einem Erfolg hätte die Firma umgerechnet etwa 60 Millionen Euro bekommen sollen.

Schiff auf der Suche nach Malaysia Airlines MH370 | Bildquelle: OCEAN INFINITY HANDOUT/EPA-EFE/R
galerie

Mit einem Spezialboot suchte die Firma nach Überresten des Flugzeugs.

Seit dem Verschwinden von MH370 hatte es eine offizielle, von Australien, China und Malaysia finanzierte Suche gegeben. Diese kostete rund 160 Millionen Dollar, wurde jedoch 2017 bereits eingestellt. Die jetzige Suche führte Ocean Infinity auf eigene Faust durch, nur mit der Aussicht auf Gewinn im Erfolgsfall.

Hinterbliebene der MH370-Insassen äußerten sich enttäuscht. Ihre Hoffnungen ruhen nun auf einem Zufallsfund - oder darauf, dass man mit neuer Technik eines Tages mehr Glück hat.

Eines der größten Rätsel der Luftfahrtgeschichte

MH-370-Angehörige in Peking
galerie

Angehörige der MH370-Passagiere fordern weiter Aufklärung.

Die Boeing 777 mit 239 Menschen an Bord war im März 2014 plötzlich von den Radarschirmen verschwunden. Vom Rumpf des Flugzeugs und den Insassen fehlt seither jede Spur. Vermutet wird, dass die Maschine in mehreren Kilometern Tiefe auf dem Grund des südlichen Indischen Ozeans liegt. Bislang wurden an verschiedenen Küsten nur zwei Dutzend Wrackteile angeschwemmt.

Das Verschwinden der Boeing - immerhin 63 Meter lang, 18 Meter hoch, Spannbreite 60 Meter, alles in allem 223 Tonnen schwer - gilt inzwischen als eines der größten Rätsel der Luftfahrtgeschichte. Mittlerweile gibt es zahlreiche Theorien, was passiert sein könnte - von einem Absturz aus Treibstoffmangel über eine Entführung bis hin zu einem Suizid des Piloten, der dabei 238 weitere Menschen umgebracht hätte. Eine schlüssige Erklärung für die gesamte Tragödie fehlt jedoch.

Noch fast sieben Stunden weitergeflogen

Was man mit Sicherheit weiß, ist, dass die Maschine noch etwa sieben Stunden über den Indischen Ozean flog, nachdem sie vom Radar verschwunden war. Anfangs in westliche Richtung, dann nach Süden. Solange nahm ein Satellit noch die sogenannten Ping-Signale auf. Und solange dauerte es in etwa, bis der Tank leer war. Was dann geschah, ist jedoch unklar.

Das auf La Réunion gefundene Wrackteil
galerie

Auf der Insel La Réunion wurde ein Wrackteil angespült.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Mai 2018 um 11:00 Uhr und 12:00 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: