In den USA herrscht nach den beiden Massakern vom Wochenende tiefe Trauer und Entsetzen. | Bildquelle: AP

Schießereien in den USA Deutscher unter Opfern von El Paso

Stand: 06.08.2019 01:17 Uhr

Unter den inzwischen 22 Opfern des Massakers in einem Walmart im texanischen El Paso ist laut Polizeichef auch ein Deutscher. Präsident Trump will die Grenzstadt am Mittwoch besuchen.

Bei dem Massaker in der texanischen Stadt El Paso ist nach Polizeiangaben auch ein Deutscher getötet worden. Der Polizeichef der Grenzstadt sagte, bei der Attacke seien 13 US-Bürger, sieben Mexikaner und ein Deutscher getötet worden. Bei einem weiteren Todesopfer sei die Nationalität noch unklar. Die mexikanische Regierung hatte zuletzt von acht getöteten Mexikanern gesprochen. 

Das Auswärtige Amt äußerte sich inzwischen auch zu dem Tod eines Deutschen: "Leider müssen wir bestätigen, dass sich unter den Todesopfern in El Paso auch ein deutscher Staatsangehöriger befindet", erklärte eine Ministeriumssprecherin. Angaben zur Identität des Opfers machte das Ministerium auf Nachfrage nicht.

Ein 21-Jähriger hatte am Samstag in einem Einkaufszentrum in El Paso 22 Menschen erschossen. Die Ermittler vermuten ein rassistisches Motiv. 13 Stunden später tötete ein 24-Jähriger in Dayton im Bundesstaat Ohio neun Menschen. US-Präsident Donald Trump wird El Paso am Mittwoch besuchen. Das gab der Bürgermeister der Grenzstadt bekannt.

US-Reaktionen auf die Massaker vom Wochenende in El Paso und Dayton
tagesschau 20:00 Uhr, 05.08.2019, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Schärferes Waffenrecht für Einwanderungsreform

Zuvor hatte Trump den oppositionellen Demokraten ein schärferes Waffenrecht im Gegenzug für die von ihm geforderte Einwanderungsreform angeboten. Republikaner und Demokraten sollten sich auf "harte Hintergrundüberprüfungen" für Waffenkäufer verständigen, schrieb Trump auf Twitter. Eine solche Reform könne "vielleicht" mit der "dringend benötigten Einwanderungsreform" verknüpft werden.

Doch den Vorschlag gibt es bereits, berichtet ARD-Korrespondent Torsten Teichmann. Ein Gesetzentwurf aus dem Repräsentantenhaus sehe vor, dass alle Kunden überprüft werden, die Waffen kaufen wollen. Seit dem Frühjahr hänge das Gesetz im Senat fest. Dort hätten Trumps Republikaner die Mehrheit. 

Die Verknüpfung der Attentate vom Wochenende mit einer Reform des Einwanderungsrechts empfinden mehrere Demokraten als zynisch. Denn beim Attentat in El Paso geht das FBI dem Verdacht nach, dass der Täter aus Hass auf Einwanderer gehandelt haben könnte.

Demokraten sehen eine Mitschuld Trumps

Die Demokraten geben dagegen Trump eine Mitschuld. Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Beto O'Rourke, der aus El Paso stammt, sagte dem Sender CNN, neben einem Verbot kriegsartiger Waffen müsse man auch den Hass und den offenen Rassismus ansprechen, der vom Präsidenten und dem wohlwollend über ihn berichtenden Sender "Fox News" komme. "Er toleriert es nicht nur, er ermutigt es", sagte O'Rourke mit Blick auf Trump. "Wir haben heute ein Problem mit weißem, nationalistischem Terrorismus in den USA", sagte O'Rourke weiter. "Diese weißen Männer werden durch die Art von Angst motiviert, mit der dieser Präsident hantiert."

Obama warnt vor Klima des Hasses

Der frühere US-Präsident Barack Obama warnte vor einem Klima der Angst und des Hasses. Dieses werde durch "die Sprache einiger unserer Führer genährt" und normalisiere rassistische Vorurteile, twitterte Obama mit Bezug auf das Blutbad in El Paso, ohne Namen zu nennen. Die Amerikaner müssten eine solche Sprache fest zurückweisen. Sie seien nicht hilflos.

Obama erklärte, es gebe Führer, die andere als Untermenschen beschrieben, Menschen dämonisierten, die anders aussehen, oder so täten, als gehörten die Vereinigten Staaten nur bestimmten Leuten. Sie deuteten an, dass andere Menschen, auch Zuwanderer, die amerikanische Lebensweise bedrohten. Diese Ausdrucksweise sei nicht neu. Sie habe zum Holocaust, zum Völkermord in Ruanda und zu ethnischen Säuberungen auf dem Balkan geführt. Die überwältigende Mehrheit der US-Bürger guten Willens müsse klar machen, dass es für so etwas keinen Platz in der Politik und im öffentlichen Leben ihres Landes gebe.

Trump verurteilt Massaker in USA scharf und kündigt Konsequenzen an
Torsten Teichmann, ARD Washington
05.08.2019 19:52 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Mit Informationen von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete am 06. August 2019 das Erste um 05:39 Uhr im ARD-Morgenmagazin und die tagesschau um 07:00 Uhr.

Darstellung: