Kris Wu | REUTERS

Vergewaltigungsvorwürfe Chinesischer Popstar Kris Wu festgenommen

Stand: 01.08.2021 08:57 Uhr

In China hat die Polizei einen der bekanntesten Sänger und Schauspieler des Landes festgenommen. Dem 30-jährigen Kris Wu wird mehrfache Vergewaltigung vorgeworfen. Der Fall hat auch eine hochpolitische Komponente.

Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Die Nachricht von der Festnahme des Popstars Kris Wu schlug in China gestern Abend ein wie eine Bombe. Die Behörden werfen dem 30-Jährigen Vergewaltigung in mehreren Fällen vor. Das erklärte die Polizei in der chinesischen Hauptstadt Peking in einem Online-Posting.

Steffen Wurzel ARD-Studio Shanghai

Vergewaltigungsvorwürfe gegen Kris Wu gibt es schon seit einigen Wochen. Mehr als 20 junge Frauen sind seit Anfang Juli mit entsprechenden Vorwürfen an die Öffentlichkeit gegangen. Sie werfen Wu unter anderem vor, sie betrunken gemacht und dann zum Sex gedrängt zu haben. Der Popstar weist die Anschuldigungen zurück.

Kris Wu heißt mit bürgerlichem Namen Wu Yi Fan. Er gehört zu den bekanntesten, erfolgreichsten und bestbezahlten Promis in China und ist als Sänger, Schauspieler, Fernsehmoderator, Model und Influencer aktiv. Frauenrechtsaktivistinnen haben seine Festnahme begrüßt.

Eine diplomatische Angelegenheit

Diese hat auch eine politische Komponente. Wu ist zwar im chinesischen Guangzhou geboren, ist aber kanadischer Staatsbürger. Entsprechend ist seine Festnahme nun auch eine diplomatische Angelegenheit.

Die Beziehungen zwischen China und Kanada sind allerdings so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Einer der Gründe ist der Fall einer Top-Managerin des chinesischen Huawei-Konzerns, die im kanadischen Vancouver Ende 2018 unter Hausarrest gestellt wurde, wegen eines Haftfbefehls aus den USA.

Offensichtlich als Vergeltung hatte Chinas Staatsführung kurz darauf zwei kanadische Staatsbürger in China festnehmen lassen. Michael Spavor und Michal Kovrig sitzen seitdem in Isolationshaft. Die Festnahme des Kanadiers Kris Wu in China könnte nun für neue diplomatische Verwicklungen zwischen beiden Staaten sorgen.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 01. August 2021 um 09:56 Uhr.