US-Präsident Donald Trump telefoniert im Oval Office mit den Regierungschefs von Israel und dem Sudan. | Bildquelle: AFP

Ankündigung von US-Präsident Trump Sudan und Israel normalisieren Beziehungen

Stand: 23.10.2020 20:41 Uhr

Erst die Emirate, dann Bahrain und jetzt der Sudan: Nach Jahrzehnten offizieller Funkstille will laut US-Präsident Trump ein dritter Staat der Arabischen Liga in diesem Jahr diplomatische Beziehungen zu Israel aufnehmen.

Nach den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain hat nach Angaben der US-Regierung nun auch der Sudan die Normalisierung seiner Beziehungen mit Israel angekündigt. Das teilte der Vizesprecher des Weißen Hauses, Judd Deere, unter Berufung auf US-Präsident Donald Trump mit. Dies sei ein "weiterer wichtiger Schritt hin zu Frieden im Nahen Osten".

Das Weiße Haus hatte zuvor mitgeteilt, Trump habe den Kongress über seine Absicht informiert, den Sudan von der berüchtigten US-Liste staatlicher Unterstützer von Terroristen zu streichen. Im Gegenzug habe sich der Sudan bereit erklärt, amerikanische Terroropfer und deren Angehörige zu entschädigen. Die Zahlung von 335 Millionen Dollar durch die Übergangsregierung des Sudans sei bereits eingegangen, so das Weiße Haus.

Netanyahu sucht Verbündete gegen den Iran

Der Sudan ist nach den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain der dritte Staat der Arabischen Liga, der in diesem Jahr diplomatische Beziehungen zu Israel ankündigt. Die Normalisierung der Beziehungen Israels mit den arabischen Verbündeten der USA in der Region ist ein zentrales Ziel von Trumps Nahost-Politik. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wiederum versucht, Verbindungen zu arabischen und afrikanischen Staaten anzuknüpfen, um mit ihnen gemeinsam gegen den Iran vorzugehen.

Große Enttäuschung bei den Palästinensern

Die palästinensische Führung verurteilte die angekündigte Normalisierung der Beziehungen. Diese verstoße gegen die saudische Friedensinitiative und die Erklärungen der Arabischen Liga, teilte das Büro von Präsident Mahmud Abbas in Ramallah mit. "Niemand hat das Recht, im Namen des palästinensischen Volkes und der palästinensischen Sache zu sprechen", hieß es in der Mitteilung. Der Weg zu einem gerechten Frieden in Nahost müsse auf internationalem Recht basieren.

Bislang hatten viele arabische Staaten die Beilegung des Konflikts zwischen Palästinensern und Israelis zur Vorbedingung für eine Normalisierung des Verhältnisses zu Israel gemacht. Deshalb fühlt sich die palästinensische Führung von den jüngsten Vereinbarungen verraten.

Trump verkündet Sudan und Israel normalisieren Beziehungen
Torsten Teichmann, ARD Washington
24.10.2020 07:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Oktober 2020 um 19:00 Uhr.

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