Israelische Militärjets bei einer Übung (Foto von 2010) | REUTERS

Einsatz in Syrien 2007 Israel bestätigt Angriff auf Reaktor

Stand: 21.03.2018 10:34 Uhr

Ein Eingeständnis, das warnen soll: Das israelische Militär hat sich zu einem Luftangriff auf einen mutmaßlichen Atomreaktor in Syrien im Jahr 2007 bekannt. Man werde niemandem erlauben, die Existenz Israels zu bedrohen.

Israel hat erstmals offiziell einen Angriff seiner Luftwaffe auf einen mutmaßlichen syrischen Atomreaktor im Jahre 2007 bestätigt. Die Armee teilte mit, Kampfjets hätten damals "einen Kernreaktor zerstört, der in Syrien gebaut wurde". Der Reaktor habe kurz vor der Fertigstellung gestanden und soll damals heimlich mit Hilfe Nordkoreas gebaut worden sein.

"Eine existenzielle Bedrohung für Israel"

Durch die Militäraktion sei "eine existenzielle Bedrohung für Israel und die gesamte Region" beseitigt worden. Generalstabschef Gadi Eisenkot sagte, die Botschaft des Angriffs von 2007 sei, dass Israel es niemandem erlauben werde, die Fähigkeit zu erlangen, seine Existenz zu bedrohen. "Dies war unsere Botschaft im Jahre 2007, dies bleibt unsere Botschaft heute und in der nahen und fernen Zukunft." Zudem veröffentlichte Israel Fotos und Videoaufnahmen, die die Zerstörung der Al-Kubar-Anlage nahe Deir al-Sor zeigen sollen.

Mutmaßliche Atomreaktor in Syrien - vor und nach dem Luftangriff  | REUTERS

Der mutmaßliche Atomreaktor in Syrien - vor und nach dem Luftangriff (Quelle: Israelisches Militär) Bild: REUTERS

Warnung an den Iran?

Dass Israel den Angriff nun einräumt, könnte als Warnung an den Iran verstanden werden. Die israelische Regierung beschuldigt Teheran, Raketenfabriken in Syrien und im Libanon bauen zu wollen und fürchtet, dass die Geschosse dann gegen Israel eingesetzt werden könnten. Premierminister Benjamin Netanyahu hat überdies wiederholt erklärt, sein Land werde den Iran "niemals Atomwaffen entwickeln lassen".

Hintergrund könnte aber auch nicht nur eine Warnung an den Iran sein, sondern auch die Tatsache, dass der damalige israelische Premierminister Ehud Olmert demnächst seine Memoiren veröffentlichen will.

Syrien bestritt Bau eines Reaktors

Syrien hatte stets bestritten, dass es sich bei dem Gebäude in der ostsyrischen Wüste um einen im Bau befindlichen Reaktor zur Herstellung von Plutonium gehandelt habe. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erklärte hingegen, dass es sich bei der Anlage "sehr wahrscheinlich" um einen Reaktor gehandelt habe.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 21. März 2018 um 08:43 Uhr.

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KOMMENTARE

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Thommy 21.03.2018 • 15:59 Uhr

Finde ich völlig in Ordnung

Der israelische Angriff ist absolut maßvoll und angemessen gewesen angesichts der Sicherheitslage! Und der Iran, der immer noch ständig von der Auslöschung Israels spricht, braucht eine klare Kante. Noch ist in dieser Region leider kein rein pazifistisches Handeln möglich, um die Bürger dieses kleinen, sehr bedrohten Landes zu schützen. (Es sieht leider auch nicht danach aus, als ändere sich das in naher Zukunft.) Wir könnten auch mal in eine ähnliche Lage geraten und dann würden unsere Urteile sicherlich ganz anders ausfallen. Ich war oft genug da, um zu sehen, dass dieses Mini-Land der Nachfahren der Holocaustüberlebenden wehrhaft sein muss, um nicht überrannt zu werden.