Proteste gegen die Schließung des Staatsrundfunks ERT.

Gerichtsbeschluss in Griechenland ERT darf vorerst weitersenden

Stand: 17.06.2013 22:04 Uhr

Der seit knapp einer Woche geschlossene griechische Staatsrundfunk ERT muss nach einer Gerichtsentscheidung wieder auf Sendung gehen oder ersetzt werden. Das höchste griechische Verwaltungsgericht ordnete in einer einstweilige Verfügung den Weiterbetrieb des Senders an, bis über eine geplante Neuordnung des staatlichen Rundfunks entschieden sei.

Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras (Archiv)

Die Entscheidung von Ministerpräsident Samaras, den Staatssender zu schließen, wurde vorübergehend aufgehoben.

Die Gerichtsentscheidung fiel aufgrund eines Eilantrags der Gewerkschaft der ERT-Beschäftigten. Am Abend hatte auch Ministerpräsident Antonis Samaras seinen Koalitionspartnern nach Angaben aus Regierungskreisen vorgeschlagen, den Sender "vorübergehend" wieder zu öffnen, bis ein Gesetz zur Neuordnung des Rundfunks verabschiedet wird.

Sender am vergangenen Dienstag geschlossen

Samaras hatte am vergangenen Dienstag ohne Zustimmung seiner Bündnispartner die sofortige Schließung von ERT verkündet und den Sendebetrieb einstellen lassen. Er begründete die Entscheidung, durch die rund 2700 Menschen arbeitslos wurden, mit der Intransparenz und der Verschwendung bei dem Sender.

Die Entscheidung löste Empörung in der Regierungskoalition aus. Auch aus dem Ausland wurde Samaras kritisiert.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
Berufspessimist 17.06.2013 • 23:27 Uhr

Nunja, der Sender war ein

Nunja, der Sender war ein weiteres Kapitel der bekannten griechischen Vetternwirtschaft. Die Mitarbeiter, die auch wirklich in dem Sender gearbeitet haben, brauchen sich keine Sorgen machen, die werden bei der Neuorganisation Berücksichtigung finden. Anders wird es bei den Gefälligkeitsbeschäftigungen liegen, und diese Leute schreien nun am lautesten. Das griechische Volk muss ja das Fleißigste der Welt sein, mit so vielen Vollzeitbeschäftigungen. Aber wenn einmal die Arbeiter durchgezählt werden, dann sind es auf einmal doch nur 700.000 statt der bezahlten 2.400.000 Staatsbediensteten. Da ist es schon nachvollziehbar wenn dann die 1.700.000 zu unrecht Bezahlten auf die Straßen gehen, wenn sie ihr hart ergaunertes Einkommen in Gefahr sehen. Schließlich sind sie ja in der Mehrzahl, und die Mehrheit hat ja Recht in einer Demokratie.