Eine Gruppe von Menschen sitzt an einer Wand, nachdem sie von Beamten der Border Force in Dungeness, Südengland, vom Strand eskortiert wurden. | AP

Flucht über den Ärmelkanal 430 Migranten an einem Tag

Stand: 20.07.2021 13:57 Uhr

Im Schlauchboot über den Ärmelkanal: Hunderte Migranten bezahlen Schlepper dafür, sie an die britische Küste zu bringen. Allein 430 Menschen gelang die gefährliche Überfahrt an einem Tag - ein neuer Rekord.

Mindestens 430 Migranten haben offiziellen Angaben zufolge gestern den Ärmelkanal von Frankreich nach Großbritannien überquert. Rund 50 Menschen kamen in der Grenzregion Kent auf einem einzigen Schlauchboot an, wie die BBC berichtete.

Nach Angaben des Innenministeriums ist das ein neuer Höchstwert. Zuvor hatte der Rekord bei 416 Ankommenden gelegen, die an einem Tag Anfang September 2020 den Kanal überquerten.

Eine Gruppe von Migranten auf einem Rettungsboot im Ärmelkanal (Archivbild 1. Juli 2021) | dpa

Auf dem Weg nach Dover: Eine Gruppe von Migranten Anfang Juli 2021 auf einem Rettungsboot im Ärmelkanal. Bild: dpa

In Seenot

Insbesondere bei gutem Wetter machen sich immer wieder Migranten von Frankreich aus, wo sie oft aus Flüchtlingslagern kommen, auf die gefährliche Überfahrt. Viele nehmen die Dienste von Schleppern in Anspruch. In diesem Jahr sollen laut offiziellen Angaben bereits knapp 8000 Menschen über den Kanal Großbritannien erreicht haben.

Vor einer Woche waren auf dem Ärmelkanal binnen eines Tages mehr als 100 Migranten aus Seenot gerettet worden, darunter mindestens elf Frauen und zwei Kinder. Sie seien in mehreren Booten von Frankreich nach Großbritannien unterwegs gewesen, teilte die zuständige französische Behörde mit. Die Migranten wurden zurück nach Frankreich gebracht.

Regierung in London will Überfahrten verhindern

Die britische Regierung will mit aller Kraft gegen die Überfahrten vorgehen und ruft auch immer wieder Frankreich dazu auf, stärker dagegen aktiv zu werden. Man werde "entscheidende Schritte unternehmen, um gegen das Problem illegaler Migration vorzugehen", hieß es laut BBC erneut aus dem Innenministerium.

Zuvor hatte Innenministerin Priti Patel bereits angekündigt, Asylsuchenden, die über illegale Routen ins Land gelangt seien, langfristig weniger Rechte geben zu wollen als anderen. Die Kontrolle über die eigenen Grenzen zurückzugewinnen, ist ein zentrales Versprechen des Brexits.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Juli 2021 um 19:00 Uhr.