Ein Mann durchsucht in Kabul (Afghanistan) einen Müllhaufen. | REUTERS/Zohra Bensemra

Welternährungsprogramm Hunger gefährdet immer mehr Menschen

Stand: 08.11.2021 12:52 Uhr

Die UN schlagen Alarm: So viele Menschen wie noch nie müssten um jede Mahlzeit bangen. Vor allem in Afghanistan habe sich die Lage dramatisch verschlechtert. Notwendig sei viel mehr Geld.

Die Zahl der weltweit vom Hunger bedrohten Menschen hat sich nach Angaben der UN in diesem Jahr stark erhöht. Seien zu Beginn des Jahres 42 Millionen Betroffene gezählt worden, gehe es jetzt um 45 Millionen Menschen, erklärte das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP). Im Jahr 2019 seien noch 29 Millionen Menschen gefährdet gewesen.

In diesem Jahr betreue das WFP mit 139 Millionen Menschen in 85 Staaten so viele Betroffene wie noch nie in seiner Geschichte. Die Kosten seien von 6,6 auf sieben Milliarden Euro gestiegen. Die Kosten für humanitäre Hilfe stiegen exponentiell, sagte WFP-Exekutivdirektor David Beasley: "Wir brauchen mehr Mittel, um weltweit Familien zu erreichen, die ihre Möglichkeiten ausgeschöpft haben, mit extremem Hunger zurechtzukommen."

"Zig Millionen Menschen blicken in den Abgrund. Konflikte, Klimawandel und Covid-19 lassen die Zahl der Hungerleidenden in die Höhe schnellen", sagte Beasley weiter. In Krisenstaaten wie Syrien, dem Jemen und Afghanistan stiegen die Preise für Treibstoff, für Lebensmittel und für Dünger, was die Lage immer weiter verschärfe. 

Hilfe für 23 Millionen Afghaninnen und Afghanen

Die meisten zusätzlichen vom Hunger bedrohten Menschen seien in Afghanistan registriert worden. Dort baue das WFP seine Hilfe aus, um 23 Millionen Menschen zu helfen. Das Land leidet nicht nur unter den Folgen der Taliban-Machtergreifung, sondern auch unter der schlimmsten Dürre seit Jahren. Regierungen von Geberländern wie Deutschland stellten ihre Entwicklungszahlungen wegen der Taliban-Herrschaft ein und zahlen nur noch eine humanitäre Nothilfe.

Im Bürgerkriegsland Äthiopien stieg die Zahl der Gefährdeten laut WFP wegen der Kämpfe zuletzt massiv an: Inzwischen gehe man davon aus, dass im Norden des Landes sieben Millionen Menschen hungerten. In dem Bericht wird unter anderem auch die Lage im Jemen (13,2 Millionen Hungernde), in Syrien (12,4 Millionen Hungernde) im Südsudan (7,2 Million Hungernde) und in Madagaskar (1,3 Million Hungernde) als besonders dramatisch hervorgehoben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. November 2021 um 04:00 Uhr.