Ein von russischer Staatsseite verbreitetes Bild zeigt ein brennendes Treibstoffdepot. | EPA

Nach Russlands Invasion Ukraine dementiert Angriff auf Treibstoffdepot

Stand: 02.04.2022 02:39 Uhr

Moskau hat einen Luftangriff auf das Öldepot im russischen Belgorod gemeldet und ukrainische Hubschrauber dafür verantwortlich gemacht. Kiew weist die Schuld zurück. Unabhängige Angaben zu dem Vorfall gibt es bislang nicht.

Der Sekretär des nationalen Sicherheitsrats der Ukraine hat dementiert, dass sein Land für einen gemeldeten Angriff auf ein Treibstoffdepot in Russland verantwortlich sei. "Aus irgendeinem Grund sagen sie, das wir das getan haben, aber tatsächlich stimmt das nicht mit der Realität überein", sagte Oleksij Danilow im Fernsehen.

Der Gouverneur der russischen Grenzregion Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, hatte am Freitagmorgen über den Nachrichtenkanal Telegram den ukrainischen Truppen einen Angriff auf russisches Territorium vorgeworfen. Ein Öldepot, eine Anlage des russischen Energiekonzerns Rosneft etwa 35 Kilometer von der Grenze entfernt, sei bei dem Anschlag in Brand gesetzt worden. Zwei Menschen seien verletzt worden.

Russische Medien zitierten eine Erklärung des staatlichen Ölkonzerns Rosneft, wonach niemand verletzt worden sei.

Bilder kursieren in sozialen Medien

"Der Brand des Öldepots wurde durch einen Luftangriff von zwei Hubschraubern der ukrainischen Streitkräfte ausgelöst, die in geringer Höhe in das russische Hoheitsgebiet eingedrungen sind", schrieb Gladkow. Es war nicht möglich, seine Angaben oder die in sozialen Medien kursierenden Bilder des mutmaßlichen Angriffs zu prüfen.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Sollten sich die russischen Angaben bestätigen, wäre es der erste bekannte Angriff, bei dem ukrainische Hubschrauber oder Flugzeuge in russischen Luftraum eindrangen.

Gespräche zwischen Russland und Ukraine fortgesetzt

Die Berichte sind nach Ansicht des Kremls nicht förderlich für die Gespräche mit der Ukraine. Auf die Frage, ob der gemeldete Vorfall als Eskalation des Konflikts angesehen werden könne, antwortete Kreml-Sprecher Dmitri Peskow Reportern: "Sicherlich ist dies nicht etwas, das als komfortable Bedingungen für die Fortsetzung der Gespräche angesehen werden kann."

Präsident Wladimir Putin sei über den gemeldeten Beschuss informiert worden, sagte Peskow. Die russischen Behörden würden Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass die Treibstoffversorgung in der Region nicht unterbrochen werde. Die Gespräche zwischen Russland und der Ukraine wurden am Freitag per Videoverbindung fortgesetzt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. April 2022 um 15:00 Uhr.