Belgische Polizeibeamte stehen in einem abgesperrten Bereich nach dem Messerangriff in Brüssel. | dpa

Messerangriff in Brüssel Tatverdächtiger stand auf Terrorliste

Stand: 11.11.2022 13:58 Uhr

Der mutmaßliche Polizistenmörder von Brüssel ist den Behörden als potentieller Terrorist bekannt. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, war der vorbestrafte Mann auf einer entsprechenden Liste notiert.

Der tödliche Angriff auf einen Polizisten in Brüssel ist von einem Terrorverdächtigen verübt worden. Der Mann stand auf einer Terrorliste der belgischen Behörden, wie die Staatsanwaltschaft auf einer Pressekonferenz in Brüssel mitteilte. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen Mordes und versuchten Mordes mit terroristischem Hintergrund aufgenommen.

Der 23-jährige stach am Donnerstagabend nahe dem Bahnhof Gare du Nord auf zwei Polizisten in einem Streifenwagen ein. Dabei starb ein 29-jähriger Polizist an seinen Verletzungen später im Krankenhaus. Sein 23-jähriger Kollege wurde zunächst in die Notaufnahme gebracht und in der Nacht operiert. Sein Zustand sei zum jetzigen Zeitpunkt stabil, sagte ein Sprecher.

Der Angreifer wurde nach der Tat von mehreren Schüssen herbeigerufener Verstärkung getroffen. Sobald sich der Zustand des Verdächtigen bessert, soll er einem Haftrichter vorgeführt werden.

Mutmaßlicher Täter soll "Allahu Akbar" gerufen haben

Nach belgischen Medienberichten hatte der mutmaßliche Angreifer die religiöse Formel "Allahu Akbar" gerufen. Dschihadisten und Salafisten benutzen den arabischen Ausdruck oft als eine Art Schlachtruf. Eigentlich handelt es sich aber um eine zentrale religiöse Formel des Islams, die seit Jahrhunderten von Muslimen weltweit benutzt wird.

Die Tageszeitung "Het Laatste Nieuws" meldete, der Verdächtige sei gestern Morgen auf eine Polizeiwache gegangen und habe dort gewarnt, dass er einen Beamten töten würde. Die Person sei in eine Psychiatrie begleitet und dort dem Personal übergeben worden. Als die Beamten später erneut Kontakt zu der Einrichtung aufgenommen hätten, habe sich herausgestellt, dass die Person das Krankenhaus wieder verlassen habe.

Innenministerin Verlinden: "Diese Gewalt ist inakzeptabel"

Der belgische Ministerpräsident Alexander De Croo kondolierte den Angehörigen des getöteten Beamten. "Unsere Polizeibeamten riskieren täglich ihre Leben, um für die Sicherheit unserer Bürger zu sorgen. Die heutige Tragödie demonstriert dies einmal mehr", erklärte er. "Meine Gedanken sind bei der Familie und den Freunden des verstorbenen Beamten", schrieb De Croo auf Twitter.

Belgiens Innenministerin Annelies Verlinden schrieb auf Twitter, diese Gewalt sei inakzeptabel. Sie stehe in engem Kontakt mit der Polizei und dem Bürgermeister Philippe Close. Dieser bezeichnete den Vorfall als unerträgliche Tragödie. Die Präsidentin des EU-Parlaments, Roberta Metsola, schrieb, sie sei schockiert über den Mord an einem Polizisten im Dienst.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. November 2022 um 12:00 Uhr.