Wellen brechen über dem Leuchtturm in Newhaven, England. | AFP

Tief "Eunice" Sturm fegt über Großbritannien

Stand: 18.02.2022 15:40 Uhr

Das Sturmtief "Eunice" hat in Großbritannien hohen Schaden angerichtet. Zehntausende Haushalte waren vorübergehend ohne Strom, zahlreiche Flüge wurden gestrichen. Auch das Dach des Londoner Millenium Domes wurde beschädigt.

Mit Rekord-Windgeschwindigkeiten von fast 200 Kilometern pro Stunde ist der Sturm "Eunice" in Großbritannien auf Land getroffen und hat in weiten Teilen des Landes das öffentliche Leben lahmgelegt. In London wurde erstmals die höchste Warnstufe Rot ausgerufen, seit diese Kategorisierung 2011 eingeführt worden war. Sie gilt auch für Teile Südwest- und Südostenglands sowie Wales. Für Schottland und Nordengland wurden heftige Schneefälle vorhergesagt.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan forderte die Menschen in der britischen Hauptstadt dazu auf, zu Hause zu bleiben. Wegen umherfliegender Trümmerteile bestehe Lebensgefahr, warnte der Wetterdienst Met Office. Auf Videos, die im Internet kursierten, war zu sehen, wie die Bespannung des Millennium Domes im Londoner Stadtteil Greenwich teilweise fortgerissen wurde. Der Zugverkehr in London wurde teilweise eingestellt.

Höchste je gemessene Windgeschwindigkeit

An den Flughäfen Heathrow und dem London City Airport wurden Dutzende Flüge gestrichen. Der Hafen von Dover wurde geschlossen, nachdem zuvor Fährverbindungen reihenweise gestrichen worden waren. Auch mehrere nationale Bahnbetreiber rieten von Reisen ab. In Wales wurde der Zugverkehr am Freitag komplett eingestellt.

Sturmtief "Eunice", das in Deutschland "Zeynep" getauft wurde, gilt als einer der schwersten Stürme seit mehreren Jahrzehnten in Großbritannien. Auf der Isle of Wight wurde mit rund 196 Kilometern pro Stunde die höchste je in England gemessene Windgeschwindigkeit registriert, wie der Wetterdienst mitteilte.

Zehntausende Haushalte ohne Strom

Zehntausende Haushalte in Großbritannien und Irland waren von der Stromversorgung abgeschnitten. Straßen und Brücken wurden gesperrt. Trotzdem gab es Berichte über Menschen, die sich gefährlich nah an Uferbefestigungen an der Küste begaben oder sogar ins Meer schwimmen gingen. Das sei "wahrscheinlich das Dümmste, was man machen kann", sagte Roy Stokes von der Umweltbehörde Environment Agency der Nachrichtenagentur PA zufolge.

Thronfolger Prinz Charles hatte wegen der Warnungen einen Besuch in Wales abgesagt. In der Nacht zu Donnerstag hatte bereits Sturm "Dudley", der in Deutschland "Ylenia" genannt wird, zu schweren Behinderungen im Zugverkehr in Schottland und dem Norden Englands geführt. Tausende Haushalte in Nordengland wurden von der Stromversorgung abgeschnitten.

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Sturmtief "Ylenia" zieht über Deutschland

Unwetterwarnungen in Frankreich und den Niederlanden

Alarmiert sind auch die Behörden in Frankreich und den Niederlanden. In Frankreich hat der Wetterdienst eine Unwetterwarnung für fünf Departements im Norden erlassen. Es drohten Windgeschwindigkeiten bis zu 140 Kilometern pro Stunde und bis zu vier Meter hohe Wellen an der Küste, teilte der Wetterdienst am Freitagmorgen mit. In den Niederlanden gilt für weite Teile des Landes die schwerste Stufe des Wetteralarms, Code Rot.

Die französische Bahn kündigte an, ab dem Mittag den Regionalverkehr im Norden und in der Normandie bis auf einzelne Ausnahmen einzustellen. Auch in Ostfrankreich wurde mit Behinderungen gerechnet. Die TGV-Züge sollten wie vorgesehen verkehren, der Hochgeschwindigkeitszug Thalys allerdings nicht bis in die Niederlande.

In den Niederlanden gilt der Wetteralarm insbesondere für die Küstenprovinzen im Westen, für den Norden sowie für die Regionen um das Ijsselmeer und das Wattenmeer. Aus Vorsicht wurde der Zugverkehr ab 14.00 Uhr eingestellt, viele Schulen wurden geschlossen. Beeinträchtigungen wurden auch für den Flugverkehr erwartet: Der Amsterdamer Flughafen Schiphol kündigte Ausfälle und Verspätungen an.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Februar 2022 um 12:00 Uhr.