Die "Sea-Eye 4" bei der Vorbereitung für einen Einsatz im Hafen von Rostock | dpa

Hilfsorganisation Sea-Eye Mehr als 300 Menschen im Mittelmeer gerettet

Stand: 17.05.2021 09:04 Uhr

Das deutsche Rettungsschiff "Sea-Eye 4" hat im Mittelmeer in kurzer Zeit mehr als 300 Migranten an Bord genommen. Viele Geflüchtete waren nach Angaben der Organisation in untauglichen Holzbooten unterwegs.

Das Seenotrettungsschiff "Sea-Eye 4" hat nach eigenen Angaben im Rahmen des aktuellen Einsatzes etwa 330 Migranten auf dem Mittelmeer gerettet. Das teilte die Organisation auf Twitter mit.

Allein am Sonntag hatte die "Sea Eye 4" nach eigenen Angaben mehr als 170 Menschen von hochseeuntauglichen Holzbooten gerettet. Unter den Menschen, die an Bord des Rettungsschiffes gebracht wurden, seien Kinder, ein acht Monate altes Baby und eine schwangere Frau. "Wir mussten zwölf Menschen im Hospital behandeln - ein Kind und ein erwachsener Mann mussten länger stabilisiert werden", hieß es in der Mitteilung. "Glücklicherweise gibt es unter den Geretteten aber keine Schwerverletzten", wurde der Einsatzarzt des Schiffs zitiert.

Frontex-Flugzeug gesichtet

Zuvor habe die Crew des Schiffs zudem einen Notruf von etwa 50 Menschen auf einem kleinen Holzboot weitergeleitet bekommen, das Boot aber nur noch leer gefunden, teilte Sea-Eye mit.

Während des Einsatzes habe die Crew ein Frontex-Flugzeug gesichtet und gehe davon aus, dass die Bootsinsassen "auf Veranlassung der EU-Staaten Opfer einer weiteren rechtswidrigen Zurückweisung geworden sind und die Menschen in die Internierungslager Libyens zurückgebracht wurden", erklärte der Sea-Eye-Vorsitzende Gorden Isler.

Ehemaliges Versorgungsschiff

Das in Rostock umgerüstete Schiff "Sea-Eye 4" des 2015 in Regensburg gegründeten Vereins hatte Anfang des Monats den Einsatz zur Bergung von in Not geratenen Migranten im zentralen Mittelmeer aufgenommen. Das ehemalige Offshore-Versorgungsschiff war sechs Monate lang für seine Mission umgebaut worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Mai 2021 um 01:00 Uhr.