Russlands Präsident Wladimir Putin bei einer Telefonkonferenz | AFP

Putin bei Manöver Moskau kündigt Raketentests an

Stand: 18.02.2022 15:58 Uhr

Russland hat ein Militärmanöver angekündigt. Dabei sollen auch ballistische Raketen getestet werden. Präsident Putin will die Übung persönlich überwachen. Unterdessen laufen die diplomatischen Bemühungen in der Ukraine-Krise auf Hochtouren.

Inmitten schwerer Spannungen mit dem Westen hat Russland für morgen ein Manöver mit Einsatz ballistischer Raketen angekündigt. Daran werden nach Kreml-Angaben die Luftwaffe, Armeeeinheiten aus dem südlichen Militärbezirk sowie die Schwarzmeer- und die Nordmeer-Flotte beteiligt sein.

Die Übung stehe unter Führung des Präsidenten Wladimir Putin, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau der Staatsagentur Tass zufolge mit. Als Oberbefehlshaber der Streitkräfte werde Putin im Gefechtsstand dabei sein, sagte sein Sprecher Dmitri Peskow vor Journalisten. "Ohne das Staatsoberhaupt sind solche Starts nicht möglich. Sie wissen doch - der berühmte 'schwarze Koffer', der 'rote Knopf'."

Ziel sei, die Zuverlässigkeit der strategischen Nuklearwaffen zu testen. Die Armee will demnach ballistische Raketen und Marschflugkörper abfeuern. Das Manöver sei im Voraus geplant gewesen, teilte das Verteidigungsministerium weiter mit. Russland testet mehrfach im Jahr Raketen.

Berichte über weitere Angriffe in Ostukraine

In der Ostukraine hat es nach Darstellung von Regierung und Separatisten erneut Angriffe gegeben. Beide Seiten gaben sich in Mitteilungen gegenseitig die Schuld für Verstöße gegen den geltenden Waffenstillstand. Die Aufständischen in der Region Donezk und Luhansk erklärten, seit Mitternacht seien mehrere Dutzend Granaten auf das eigene Gebiet abgefeuert worden.

Keine Angaben über Tote oder Verletzte

Die ukrainische Armee sprach ebenfalls von knapp zwei Dutzend Verstößen gegen den Waffenstillstand. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Ob es Tote und Verletzte gab, ist bislang nicht bekannt.

Seit 2014 kämpfen in den ostukrainischen Gebieten Donezk und Luhansk unweit der russischen Grenze vom Westen unterstützte Regierungstruppen gegen von Russland unterstützte Separatisten. UN-Schätzungen zufolge sind bereits mehr als 14.000 Menschen getötet worden, zumeist im Separatistengebiet. Ein Friedensplan von 2015 unter deutsch-französischer Vermittlung wird nicht umgesetzt.

Die diplomatischen Bemühungen in der Ukraine-Krise laufen weiter auf Hochtouren: US-Präsident Joe Biden will heute mit Verbündeten über das weitere Vorgehen beraten. Neben Kanadas Premierminister Justin Trudeau sollen führende Politiker aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen und Rumänien an dem Gespräch teilnehmen, teilte Trudeaus Büro mit. Auch die Europäische Union und die NATO seien vertreten.

Anmerkung der Redaktion: In der Überschrift der Meldung war zunächst davon die Rede, dass Russland Atomwaffentests ankündige. Es geht aber nicht um atomare Raketen. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Februar 2022 um 13:00 Uhr.