Papst Franziskus zelebriert das Abendmahl während der Ostermesse im Petersdom. | dpa

Osterbotschaft Papst warnt vor neuem Wettrüsten

Stand: 04.04.2021 14:40 Uhr

Die Osterbotschaft von Papst Franziskus war von der Corona-Krise geprägt. Er rief zu Solidarität und gerechter Impfstoffverteilung auf. Aufrüstung und bewaffnete Konflikte nannte er skandalös.

Von Elisabeth Pongratz, ARD-Studio Rom

In seiner Osterbotschaft nach der Messe warnte Papst Franziskus vor einem Rüstungswettlauf, gerade jetzt, angesichts der Corona-Pandemie.

Elisabeth Pongratz ARD-Studio Rom

"Die Pandemie ist immer noch in vollem Gange; die soziale und wirtschaftliche Krise ist sehr schwer, besonders für die Ärmsten. Trotzdem - und das ist skandalös - nehmen die bewaffneten Konflikte kein Ende und werden die militärischen Arsenale verstärkt", so der Papst.

Auferstehung ist Hoffnungszeichen

Der Pontifex erinnerte gleichzeitig daran, dass die Auferstehung Jesu inmitten dieser komplexen Realität Hoffnung schenken könne. "Der auferstandene Christus bedeutet Hoffnung für alle, die weiterhin unter der Pandemie leiden, für die Kranken und für diejenigen, die einen geliebten Menschen verloren haben."

An die internationale Gemeinschaft gewandt, forderte Franziskus dazu auf, gemeinsam die Verzögerungen bei der Impfstoffversorgung zu überwinden und für eine solidarische Verteilung zu sorgen, speziell mit den ärmsten Ländern.

 

Strenger Lockdown machte Feier unmöglich

Sowohl die Messe als auch die Osterbotschaft waren von der anhaltenden Corona-Pandemie beeinflusst, nur wenige Geistliche, Ordensschwestern und Gläubige nahmen im Petersdom teil.

Üblicherweise feiert Franziskus sie mit Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz, das sonnige Wetter hätte die beste Möglichkeit dazu geboten. Doch angesichts der hohen Infektionszahlen hatte die Regierung für ganz Italien einen strengen Lockdown verhängt.

Junge Menschen im Blick - besonders in Myanmar

In seiner Botschaft erwähnte Franziskus auch die jungen Menschen, die gezwungenermaßen für längere Zeit keine Schule oder Universität besuchen könnten.

"Ich bin den jungen Menschen auf der ganzen Welt nahe, und in dieser Stunde besonders denen in Myanmar, die sich für die Demokratie stark machen und sich friedlich Gehör verschaffen, da sie wissen, dass Hass nur durch Liebe vertrieben werden kann."

Der Papst erinnerte ebenso an die Migranten und die vielen Kriegsschauplätze, wie etwa Syrien. Explizit dankte er den Ländern, die Migranten auf ihrer Suche nach Zuflucht aufnehmen, so etwa der Libanon und Jordanien.

Im Anschluss an seine Osterbotschaft erteilte Franziskus im Petersdom den Segen Urbi et Orbi - für die Stadt und den Erdkreis.

Über dieses Thema berichteten am 04. April 2021 Deutschlandfunk um 13:13 Uhr und tagesschau24 um 15:00 Uhr.