Menschen spazieren an einem sonnigen Herbsttag durch eine dichte Allee in einem Park in Wien. | REUTERS

Regierungspläne in Österreich Ungeimpften droht der Lockdown

Stand: 10.11.2021 21:51 Uhr

Auch in Österreich nehmen die Corona-Neuinfektionen stark zu. Landesweit gilt bereits die 2G-Regel, doch die Regierung erwägt noch einen Schritt weiterzugehen: Für Ungeimpfte könnte ein Lockdown angeordnet werden.

Nicht nur in Deutschland, auch in Österreich steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen wieder rapide an. Seine Maßnahmen hat das Land bereits verschärft. Doch bald könnten noch strengere Regelungen all jene Einwohnerinnen und Einwohner treffen, die sich bislang nicht gegen Covid-19 haben impfen lassen.

Im Raum steht die Option eines Lockdowns für Ungeimpfte. Wenn die Dynamik des Pandemiegeschehens nicht nachlasse, könne es schon sehr bald soweit sein, warnte der österreichische Bundeskanzler Alexander Schallenberg.

Sollte es zum Lockdown für nicht geimpfte Bürgerinnen und Bürger kommen, dürften die nur noch aus bestimmten Gründen ihr Haus oder ihre Wohnung verlassen. Auch Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein hatte diese Option bereits in den Raum gestellt. "Wir müssen rasch, entschlossen und umfassend handeln", forderte der Politiker der österreichischen Grünen, die gemeinsam mit der ÖVP das Regierungsbündnis stellen.

Lage auf den Intensivstationen ist entscheidend

Am Mittwoch hatte Österreich mit fast 11.400 Neuinfektionen innerhalb eines Tages den höchsten Wert binnen 24 Stunden seit dem Ausbruch der Pandemie verzeichnet. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei über 700.

Der von der Regierung beschlossene Stufenplan für das Vorgehen in der Pandemie sieht vor, einen Lockdown für Ungeimpfte anzuordnen, sobald landesweit 500 oder mehr Corona-Patienten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser behandelt werden müssen. Derzeit sind es 413 Intensiv-Patienten, insgesamt werden mehr als 2200 an Covid-19 Erkrankte in Kliniken versorgt.

Erst Anfang der Woche waren in Österreich verschärfte Corona-Maßnahmen in Kraft getreten: Landesweit gilt in weiten Teilen des öffentlichen Lebens die 2G-Regelung. Damit ist nur noch Geimpften oder Genesenen der Zugang zu vielen Freizeiteinrichtungen sowie zur Gastronomie vorbehalten. Am Arbeitsplatz gilt aber weiterhin die 3G-Regel, sodass auch ein aktueller negativer Corona-Test als Nachweis akzeptiert wird.

Ansturm auf Impfungen

Am vergangenen Wochenende hatten die bevorstehenden strengeren Maßnahmen zu einem massiven Anstieg an Impfungen geführt. Allein am Samstag ließen sich 30.000 Menschen in Österreich impfen, 10.000 davon erhielten dabei die Erstimpfung. Laut Gesundheitsministerium sind derzeit 64,7 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

Von der Option eines Lockdowns für Ungeimpfte sind jedoch nicht alle in der Landespolitik überzeugt. Der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer warnte etwa, dass die Umsetzung schwierig bis gar nicht zu kontrollieren sei. Zudem kämen die Einschränkungen durch die 2G-Regelungen einem Lockdown für nicht geimpfte Personen schon sehr nahe. Salzburg weist mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 900 landesweit den zweithöchsten Wert auf. Nur in Oberösterreich liegt er mit über 1100 noch höher.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. November 2021 um 23:33 Uhr.