Menschen stehen in der Wiener Hofburg Schlange, um sich gegen Corona impfen zu lassen (Archivbild) | picture alliance/dpa/AP

Coronavirus Neuinfektionen in Österreich auf Höchststand

Stand: 06.11.2021 16:31 Uhr

Ein Höchststand von 9943 Corona-Neuinfektionen und eine Sieben-Tage-Inzidenz von 566,8: Die Pandemie-Situation in Österreich spitzt sich immer mehr zu. Die ab Montag geltende landesweite 2G-Regelung soll Abhilfe schaffen.

Kurz vor der Einführung einer landesweiten 2G-Regel in Österreich ist die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen auf einen Höchstwert geklettert. Laut der offiziellen Statistik vom Samstag wurden binnen 24 Stunden 9943 Infektionen gezählt. Der bisherige Höchstwert lag bei 9586 und war im November des Vorjahres erreicht worden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) auf 566,8. Regional verzeichnet Oberösterreich die höchste Inzidenz (872,6), gefolgt vom Bundesland Salzburg (869,3). Am niedrigsten ist der Wert in der Hauptstadt Wien (347,3) und im Burgenland (430,4).

Tourismusbranche für 2G

Angesichts der rapide steigenden Fallzahlen und der sich füllenden Intensivstationen hatte die Regierung am Freitag den Druck auf Ungeimpfte erhöht und angekündigt, dass ab Montag nur Geimpfte oder von Covid-19 Genesene (2G-Regel) Zutritt zu Lokalen, Veranstaltungen und Hotels bekommen. Somit sind auch der Tourismussektor und Skigebiete von diesem Teil-Lockdown für Ungeimpfte betroffen. Außerdem gilt die Regel für Dienstleister wie Friseurbetriebe, Massagesalons oder Nagelstudios. Die österreichischen Bundesländer tragen den Schritt ausnahmslos mit.

Auch die Gastgewerbe- und Tourismusindustrie zeigten Verständnis für den Schritt: Die Regierung habe wegen der Ansteckungsdynamik keine andere Wahl gehabt, sagte Robert Seeber, der die Sparte in der Wirtschaftskammer vertritt. "Außerdem ist der verantwortungsbewusste Umgang mit dem Infektionsgeschehen ein wichtiges Signal an unsere Herkunftsmärkte, insbesondere gegenüber Deutschland." Es müsse jetzt alles getan werden, um während der Skisaison Reisewarnungen zu verhindern.

Auch Drittimpfungen sollen vorankommen

In Österreich sind bislang 64 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft - etwas weniger als in Deutschland, wo 67,1 Prozent die zweite Impfdosis bekommen haben. Die österreichische Regierung hofft nun, dass sich Zögernde oder Unentschlossene durch die Verschärfungen zu einer Impfung entschließen werden. Auch die Drittimpfungen sollen vorangetrieben werden: Der Grüne Pass, die "Eintrittskarte" zu Orten, wo die 2G-Regel gilt, verliert neun Monate nach der Zweitimpfung ihre Gültigkeit. Mit einer Auffrischungsimpfung kann er verlängert werden.

Mit Informationen von Wolfgang Vichtl, ARD-Studio Wien

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. November 2021 um 14:06 Uhr.