Wachposten an einer jüdischen Siedlung | dpa

Israelis und Palästinenser Wieder Gewalt im Westjordanland

Stand: 30.04.2022 13:46 Uhr

Nach den Ausschreitungen am Tempelberg hält die Gewalt im Westjordanland an. Ein israelischer Wachmann wurde in einer Siedlung erschossen, die Suche nach den Tätern läuft. Zudem wurde ein Palästinenser bei einer Militäraktion getötet.

Palästinensische Angreifer haben nach Angaben des israelischen Militärs einen Wachmann am Eingang einer israelischen Siedlung im Westjordanland erschossen. Das Militär teilte mit, die Männer seien nach dem Angriff am Freitagabend auf die Siedlung Ariel geflohen. Die Streitkräfte hätten die Verfolgung aufgenommen und suchten nach den Tätern.

Der Sprecher der radikalislamischen Hamas-Organisation, Hasem Kassem, bezeichnete die Attacke als "heroische Operation zum Abschluss des heiligen Monats Ramadan". Sie sei Teil "der Antwort unseres Volkes auf die Angriffe auf die Al-Aksa-Moschee". An der Moschee auf dem Jerusalemer Tempelberg war es zuletzt mehrfach zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften gekommen.

Palästinenser erschossen

Bei einem separaten Vorfall im Dorf Asun nahe der Stadt Kalkilja eröffneten israelische Soldaten nach Angaben des Militärs das Feuer, nachdem Verdächtige Brandbomben in ihre Richtung geworfen hätten. Dabei wurde nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums ein Palästinenser erschossen. Ob dieser Vorfall in Verbindung mit der Fahndung nach den beiden Tätern in Ariel stand, ist bisher unklar.

Spannungen hatten zuletzt wieder zugenommen

Die Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern haben im April zugenommen. Auf dem Gelände der Al-Aksa-Moschee in Jerusalem hat es Zusammenstöße zwischen Palästinensern und israelischen Polizisten gegeben - auch am Freitag. Palästinenser warfen Steine, die israelische Polizei setzte Gummigeschosse ein. Nach Angaben des palästinensischen Roten Halbmonds wurden am Freitag mehr als 40 Menschen verletzt. Die israelische Polizei teilte mit, sie habe drei Menschen festgenommen.

Befürchtet wird, dass die Spannungen den Nahost-Konflikt weiter eskalieren lassen könnten. Vor einem Jahr hatten Unruhen in Jerusalem einen elftägigen bewaffneten Konflikt zwischen der Hamas im Gazastreifen und der israelischen Armee zur Folge gehabt, in dessen Verlauf mehr als 250 Menschen getötet wurden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 30. April 2022 um 09:23 Uhr.