Schilder mit Corona-Schutzanweisungen in Ischgl | REUTERS

Anti-Corona-Maßnahmen vorgestellt Ischgl sieht sich für Skisaison gerüstet

Stand: 19.10.2021 18:12 Uhr

Die vergangene Wintersaison ließ Ischgl ausfallen. 2021/22 soll es im einstigen Corona-Hotspot nun mit einem Sicherheitskonzept wieder losgehen. Auch die deutschen Touristenorte erholen sich.

Begleitet von umfangreichen Anti-Corona-Maßnahmen startet der österreichische Wintersportort Ischgl am 25. November in die diesjährige Wintersaison. Die Seilbahnkabinen würden mit Kaltvernebelungsgeräten desinfiziert, teilte der örtliche Tourismusverband mit. Dieselbe Methode werde auch in den Skibussen sowie in Sportshops, Skidepots, WC-Anlagen, Aufzugskabinen und den Erste-Hilfe-Stationen täglich angewendet, hieß es. Kamerasysteme sollen die Wartezeiten an den Kassen und Liften mittels Dichtemessungen und Mobilitätsanalysen optimieren.

"Ziel ist und bleibt es, eine der sichersten Destinationen im Alpenraum für unsere Gäste zu sein", sagte Alexander von der Thannen vom Tourismusverband Paznaun-Ischgl.

Die offiziellen behördlichen Regelungen für die bevorstehende Saison fehlen noch. Es ist aber absehbar, dass für den Skibetrieb die 3G-Regel (getestet, geimpft oder genesen) gilt und zumindest für Seilbahnkabinen sowie in geschlossenen Arealen eine FFP2-Maskenpflicht kommt.

Partymeile wurde zum Hotspot

Ischgl mit seinen rund 11.000 Gästebetten ist bekannt für seine Partyszene. In der ersten Corona-Welle im März 2020 war der Tiroler Ort als einer der ersten Hotspots in die internationalen Schlagzeilen geraten. Die Behörden sollen auf deutliche Hinweise, dass in Ischgl das Coronavirus grassiert, zu spät reagiert haben. Zahlreiche Touristen - viele aus Deutschland - hatten sich angesteckt und das Virus in ihre Heimatländer mitgebracht. Derzeit laufen rund ein Dutzend Schadensersatz-Prozesse gegen den österreichischen Staat.

Derzeit Maskenpflicht in Gondeln

Die Wintersaison 2020/2021 hatte Ischgl dann ausfallen lassen - anders als andere Skigebiete in Österreich, die zumindest für Einheimische und Tagesgäste aus dem Umland geöffnet waren. In den fünf Gletscherskigebieten Tirols hat die neue Skisaison bereits begonnen. Dort gelten derzeit noch dieselben Sicherheitskonzepte wie in der Sommersaison. So muss etwa in Seilbahnstationen, Gondeln und Sesselbahnen mit Wetterschutzhaube eine Maske getragen werden.

Deutschlands Touristenorte erholen sich

Von der sich entspannenden Corona-Lage will auch der deutsche Tourismus profitieren. Seit dem Sommer laufen die Geschäfte hierzulande wieder an, Entspannung zeichnet sich ab. Die Corona-Krise habe zu erheblichen Einbrüchen geführt, aber auch die Chance geboten, viele Deutsche für den Tourismusstandort Deutschland zu interessieren. sagte Reinhard Meyer, der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), bei tagesschau24.

Das Geschäft vor allem an der Küste und in den Alpen sei im Sommer wirklich gut gelaufen. "Auch im Herbst sehen wir hohe Buchungszahlen." Schwieriger sei weiterhin die Lage im Städtetourismus, dort fehlten Messen und Veranstaltungen. Eine Prognose, wann der Inlandstourismus wieder das Vorkrisenniveau erreicht hat, wagte Meyer nicht und betonte: "Einen weiteren Lockdown müssen wir unbedingt verhindern."

Nach jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes lagen die Übernachtungszahlen im August nur noch 3,1 Prozent unter dem August 2019. Gegenüber dem von der Corona-Krise geprägten Vorjahresmonat stiegen sie kräftig um 13,7 Prozent. Wegen der Pandemie galt in einigen Bundesländern teilweise bis Juni ein Übernachtungsverbot für Privatreisende. Von Januar bis einschließlich August wurden daher 15 Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahreszeitraum gezählt.

Von der künftigen Bundesregierung fordert der Verband eine nationale Tourismusstrategie sowie einen Beauftragten der Bundesregierung, der ausschließlich für Tourismus zuständig ist. "Sollten Rettungshilfen im Herbst oder Winter weiter notwendig sein, darf sich die neue Bundesregierung einer Verlängerung des Kurzarbeitergeldes und der Überbrückungshilfen nicht verweigern", sagte Meyer.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. Oktober 2021 um 15:00 Uhr.