Die Temperaturanzeige an einer Apotheke in Paris zeigt 45 Grad Celsius an. | dpa

Hitze und Trockenheit Frankreich setzt Krisenstab ein

Stand: 05.08.2022 13:29 Uhr

Frankreich erlebt die schlimmste Dürre, die je im Land verzeichnet wurde. Premierministerin Borne setzt jetzt einen Krisenstab ein, der Notfallpläne erarbeiten und die Lieferung von Trinkwasser koordinieren soll.

Die französische Regierung hat wegen der schweren Dürre einen Krisenstab eingesetzt. "Diese Dürre ist die schlimmste, die jemals in unserem Land verzeichnet wurde", teilte das Büro von Premierministerin Elisabeth Borne mit. Die extreme Trockenheit könne noch zwei Wochen lang anhalten und sich sogar noch verschlimmern.

Die Dürre sei eine "Katastrophe" für Landwirte im ganzen Land und für die Umwelt. In fast allen französischen Departements gelten wegen der seit Wochen anhaltenden Trockenheit bereits unterschiedlich scharfe Beschränkungen bei der Wassernutzung, in 62 Departements gilt nach der dritten Hitzewelle in diesem Sommer die höchste Alarmstufe. Umweltminister Christophe Béchu sagte, es gebe derzeit mehr als 100 Kommunen, in denen die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen sei.

Ein französischer Landwirt fährt einen Traktor auf einem trockenem Feld. | REUTERS

Die Dürre macht vielen Landwirten im ganzen Land zu schaffen. Bild: REUTERS

Franzosen sollen Wasser sparen

Der Wetterdienst Météo-France rechnet für die kommenden Wochen nur mit wenig Erleichterung. Angesichts dieser "historischen Situation" habe die Premierministerin beschlossen, einen ressortübergreifenden Krisenstab einzusetzen, erklärte ihr Büro. Er soll unter anderem regelmäßig Berichte aus den am stärksten betroffenen Departements einholen, Notfallpläne vorbereiten und mögliche Maßnahmen wie die Lieferung von Trinkwasser koordinieren. Borne forderte alle ihre Landsleute auf, "unsere Wasserressourcen zu schonen".

Immer öfter Trockenphasen

Nach Einschätzung von UN-Experten müssen sich Länder wie Frankreich angesichts des Klimawandels auf immer längere Trockenphasen einstellen. Am Donnerstag hatte die niederländische Regierung aufgrund der anhaltenden Trockenheit und ihrer Auswirkungen zu Vorsichtsmaßnahmen gegriffen. Sie setzte einen Notfallplan in Gang, um eine Verschärfung der Wasserknappheit möglichst zu verhindern.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. August 2022 um 13:00 Uhr.