Krankenschwestern kümmern sich um Patienten mit einer Corona-Infektion auf der Intensivstation im St. Georges Krankenhaus. | picture alliance/dpa/PA Wire

Virus-Variante Erster Omikron-Todesfall in Großbritannien

Stand: 13.12.2021 15:21 Uhr

Großbritannien hat ein erstes Todesopfer in Zusammenhang mit der Virus-Variante Omikron gemeldet. Premier Johnson warb dringend für die Booster-Impfung. Viele Briten reagierten prompt - vor Impfzentren bildeten sich teils lange Schlangen.

In Großbritannien hat die Omikron-Variante des Coronavirus offenbar ein erstes Todesopfer gefordert. "Omikron sorgt für Krankenhauseinlieferungen, und traurigerweise gibt es mindestens einen bestätigten Todesfall mit Omikron", sagte der britische Premierminister Boris Johnson beim Besuch eines Impfzentrums in London.

Man könne sich also nicht auf die Hoffnung verlassen, dass Omikron nur für milde Verläufe sorge. Man müsse anerkennen, wie schnell sich die Mutante verbreite. Zuvor hatte schon der britische Gesundheitsminister Sajid Javid vor der sich rasant ausbreitenden Virusvariante gewarnt: "Es breitet sich mit phänomenaler Geschwindigkeit aus. So etwas haben wir noch nie beobachtet" Die Infektionen verdoppelten sich alle zwei bis drei Tage.

Lange Schlangen vor Impfzentren

Johnson warb deshalb dafür, schnellstens Angebote für Booster-Impfungen in Anspruch zu nehmen. Viele Menschen folgten dem Aufruf der Regierung an alle Erwachsenen, sich Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus verabreichen zu lassen. Vor Impfzentren, Apotheken und Kliniken im Land bildeten sich teils lange Schlangen, etwa vor dem St. Thomas Hospital auf der Südseite der Themse in London. Außerdem erlebten etliche Briten Störungen im Online-Buchungssystem des nationalen Gesundheitsdienstes NHS.

Menschen stehen Schlange vor dem St. Thomas Hospital in London, um eine Corona-Impfung zu erhalten. | dpa

Menschen stehen Schlange vor dem St. Thomas Hospital in London, um eine Corona-Impfung zu erhalten. Bild: dpa

Beides dürfte auch damit zu tun haben, dass seit Montagmorgen alle über 30-Jährigen sich Impftermine buchen oder sich in die Schlangen einreihen dürfen. Zuvor war dies nur für über 40-Jährige und Menschen mit Vorerkrankungen möglich. Bereits vor 9 Uhr morgens hätten sich rund 110.000 Menschen einen Impftermin erklickt, hieß es aus der Downing Street. Ziel ist es, bis Ende des Jahres im Schnitt mehr als eine Million Menschen pro Tag zu "boostern". Alle Erwachsenen sollen bis dahin eine Auffrischungsimpfung bekommen können. Johnson hatte dieses Zieldatum am Sonntag um einen Monat vorgezogen, um im Kampf gegen die hochansteckende Omikron-Variante die Oberhand zu gewinnen.

Nach der starken Ausbreitung in Südafrika hatte es zunächst die Hoffnung gegeben, die neue, offenbar hochansteckende Variante könne womöglich mildere Verläufe hervorrufen als die bisher bekannten. Allerdings ist der Altersdurchschnitt in Südafrika auch deutlich niedriger als in vielen westlichen Ländern.

Vieles weiterhin unklar

Zur Schwere der Verläufe bei Omikron laufen derzeit etliche wissenschaftlichen Untersuchungen, bestätigte Ergebnisse gibt es noch kaum. Premier Johnson warb vor einer Abstimmung im Parlament über die Verschärfung der englischen Corona-Maßnahmen um Vertrauen.

Etliche Hinterbänkler seiner eigenen Partei haben Widerstand angekündigt, der Rückhalt für Johnson schwindet - auch wegen der Vorwürfe wegen mutmaßlich illegaler Weihnachtspartys in der Downing Street. Eine Mehrheit für die Verschärfung wird es voraussichtlich trotzdem geben, da die oppositionelle Labour-Partei ihre Zustimmung angekündigt hat.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Dezember 2021 um 14:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Egleichhmalf 13.12.2021 • 20:12 Uhr

Hier ein Meldung von …

… heute aus der FAZ - für unsere Impfleugner: F.A.Z. von heute: „Mit einem Booster rund fünf Monate nach der zweiten Dosis … war der wirksame Schutz vor Covid-19-Symptomen mit dem Biontech-Pfizer-Impfstoff bei der Delta-Variante von 50 Prozent auf annähernd 95 Prozent erhöht worden. Die Wirksamkeit gegen Omikron stieg von nur noch etwas über 30 Prozent nach der zweiten Dosis auf knapp 75 Prozent. Heißt: Schon die derzeit verfügbaren Impfstoffe helfen gewaltig, Covid-19 auch mit Omi­kron einzudämmen.“