Ein Todesopfer der Covid19-Krankheit in Italien | dpa

Pandemie-Verlauf in Europa-Region WHO rechnet mit Hunderttausenden Toten

Stand: 30.08.2021 14:17 Uhr

Die WHO befürchtet bis Dezember 236.000 neue Corona-Todesfälle in der Region Europa. Gründe seien die Delta-Variante, der zunehmende Reiseverkehr sowie das Aufheben vieler Schutzmaßnahmen. Zudem müsse das Impftempo steigen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet in der Europa-Region mit 236.000 Todesfällen durch Covid-19 von Ende August bis zum 1. Dezember. Das sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge bei einer Pressekonferenz in Kopenhagen. In der Region, die 53 Länder in Europa, dem Kaukasus und Zentralasien umfasst, sei die Zahl der Todesfälle allein in der vergangenen Woche um elf Prozent gestiegen, so Kluge.

Die Prognose stammt vom Institute for Health Metrics and Evaluation der Universität von Washington in Seattle. Hintergrund für den Anstieg seien vor allem die hochansteckende Delta-Variante, Lockerungen der Corona-Maßnahmen in vielen Ländern und das erhöhte Reiseaufkommen über den Sommer, sagte Kluge. Besonders in den Ländern des Balkans, des Kaukasus und in Zentralasien sei ein steiler Anstieg der Neuinfektionen zu verzeichnen, so Kluge weiter.

64 Millionen Infektionen, 1,3 Millionen Tote

Bislang starben in den 53 Ländern der Region 1,3 Millionen Menschen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung; 64 Millionen bestätigte Corona-Fälle seien erfasst worden, so Kluge.

Kluge verlangte ein höheres Tempo bei den Impfungen. Er appellierte auch an die Staaten, die Schulen trotz steigender Infektionsraten nach den Sommerferien offen zu halten. Die Kinder hätten in den vergangenen 20 Monaten stark gelitten. Schulschließungen gefährdeten den Bildungserfolg und die mentale Gesundheit der Mädchen und Jungen.

Die Länder müssten klare Impfstrategien für die Schulen umsetzen. Lehrer, Personal und Schüler über zwölf Jahren sollten geimpft werden. Zudem müssten die Lehreinrichtungen sanitäre Anlagen und Hygieneartikel bereitstellen sowie Lüftungen anbieten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 30. August 2021 um 12:29 Uhr.