Polizisten bewachen ein abgesperrtes Gebiet, in dem die Leiche Conings gefunden wurde. | AFP

Leiche in belgischem Wald Terrorverdächtiger Soldat ist tot

Stand: 20.06.2021 20:34 Uhr

Der gesuchte terrorverdächtige Soldat Conings ist in Belgien tot aufgefunden worden. Die Leiche lag in einem Waldstück. Conings war Mitte Mai nach Drohungen gegen einen Virologen untergetaucht.

In Belgien hat ein Jäger eine Leiche entdeckt, bei der es sich um die Überreste des gesuchten terrorverdächtige Soldat Jürgen Conings handelt. Dies bestätigten die Staatsanwaltschaft und das Verteidigungsministerium. Als Todesursache vermutet die Staatsanwaltschaft Selbsttötung mit einer Schusswaffe.

Damit endet eine wochenlange Fahndung nach dem 46-jährigen mutmaßlichen Rechtsextremisten. Der Berufssoldat war am 17. Mai nach Todesdrohungen gegen den prominenten Virologen Marc Van Ranst in der Nähe des Nationalparks Hoge Kempen untergetaucht. Der Fundort der Leiche liegt in der Nähe. Die Grenzen zu den Niederlanden und zu Deutschland sind nur wenige Kilometer entfernt.

Zeitweise hatten sich die GSG9 der Bundespolizei und niederländische Sicherheitskräfte an der Suche im belgisch-niederländischen Grenzgebiet beteiligt.

Schwere Waffen im Auto

Nach Conings Verschwinden wurde befürchtet, dass er einen Anschlag auf staatliche Strukturen oder öffentliche Personen plant. Im Auto des Gesuchten war nach Angaben der Behörden ein "verdächtiger Mechanismus" gefunden worden, möglicherweise eine Sprengvorrichtung. In dem Wagen lagen außerdem schwere Waffen. Der Soldat hatte bei der Armee Schusswaffen und Munition gestohlen.

Fehler der Behörden

Conings Taten hatte eine politische Krise in Belgien ausgelöst. Wegen rechtsextremer Sympathien stand er auf einer Verdächtigenliste der belgischen Anti-Terror-Behörde Ocam. Trotzdem hatte Conings Zugang zur Waffenkammer seiner Einheit. Die Armee hatte gegen ihn bereits 2020 Strafen verhängt und sogar eine Anzeige erstattet, die folgenlos blieb.

Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder musste mehrfach vor Parlamentsabgeordneten Rede und Antwort stehen. Die Eintragung des Soldaten als Gefährder der Stufe drei von vier war nach Regierungsangaben nicht rechtzeitig an den Geheimdienst weitergeleitet worden.

Solidarität von Corona-Leugnern

Aus Kreisen belgischer Corona-Leugner und flämischer Rechtsextremer hatte es während der Suche zahlreiche Solidaritätsbekundungen mit Conings gegeben, der belgischen Medienberichten zufolge an Militäreinsätzen im Kosovo, im Irak und in Afghanistan beteiligt gewesen war.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 20. Juni 2021 um 22:11 Uhr.