Russische Panzer und Lkw werden per Zug nach Belarus gebracht. | AFP

Gemeinsames Militärmanöver Russische Truppen in Belarus eingetroffen

Stand: 18.01.2022 16:22 Uhr

Erste russische Soldaten sowie Panzer und Lkw für gemeinsame Manöver sind in Belarus angekommen. Beide Länder begründen die Militärübung auch mit der angespannten Lage in der Ukraine. Westliche Regierungen sind besorgt.

In Belarus sind nach Angaben der Regierung die ersten russischen Soldaten für gemeinsame Militärmanöver eingetroffen. Es sei eine Übung zur Einsatz- und Gefechtsbereitschaft, so das belarusische Verteidigungsministerium. Grund für das Manöver sei die "kontinuierlichen Zunahme der Spannungen in Europa, insbesondere an den westlichen und südlichen Grenzen von Belarus". Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hatte die Übungen am Montag angekündigt.

Manöver in zwei Phasen

Die Militärübungen sollen in der Nähe der belarusischen Grenzen zur Ukraine und zu den NATO-Mitgliedern Polen und Litauen abgehalten werden. In einer ersten Phase bis zum 9. Februar werden russischer und belarusischer Truppen in "bedrohte Gebiete" verlegt, so das belarusische Verteidigungsministerium. Anschließend sollen staatliche und militärische Infrastruktur sowie der Luftraum dort gesichert werden.

In einer zweiten Phase vom 10. bis zum 20. Februar sollen dann die eigentlichen Manöver auf verschiedenen belarusischen Militärstützpunkten abgehalten werden. Wie viele Soldaten aus Russland und Belarus teilnehmen, ist bislang nicht bekannt.

Der stellvertretende russische Verteidigungsminister Alexander Fomin hatte im Vorfeld Dutzende ausländische Militärattachés in Moskau einbestellt, um die Manöver anzukündigen. Diese zielten darauf ab, "Aggressionen von außen entgegenzuwirken", erklärte er. Dabei kämen auch S-400-Raketensysteme zum Einsatz. Außerdem gehe es um Terrorismusbekämpfung und den Schutz der Interessen von Russland und Belarus.

Spannungen zwischen NATO und Russland

Der Westen ist wegen der schweren Truppenbewegungen Russlands nahe der ukrainischen Grenze besorgt. Russland hat an seiner Grenze zur Ukraine bereits etwa 100.000 Soldaten zusammengezogen. Westliche Regierungen befürchten einen russischen Angriff auf die Ukraine, Russland weist diese Bedenken zurück.

Die russische Regierung wiederum fordert von der NATO einen Verzicht auf eine weitere Osterweiterung. Gleichzeitig verurteilt Russland die Verstärkung der NATO-Einheiten in der Region.

Auch die Beziehungen zwischen der EU und Belarus sind angespannt. Nach der mutmaßlich gefälschten Wiederwahl von Machthaber Alexander Lukaschenko im August 2020 hatte die EU in mehreren Runden harte Sanktionen gegen das Land und die politische Elite verhängt. Der Konflikt spitze sich zu, als Belarus Flüchtlinge an die polnisch-belarusische Grenze brachte, um Druck auf die EU aufzubauen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Januar 2022 um 20:00 Uhr.