Leere AstraZeneca-Ampullen | REUTERS

AstraZeneca-Impfstoff Studie findet kein erhöhtes Thrombose-Risiko

Stand: 22.03.2021 12:57 Uhr

AstraZeneca hat eine neue Studie zu seinem Impfstoff veröffentlicht - mit positiven Ergebnissen: Demnach ist das Vakzin auch bei älteren Menschen sehr wirksam. Ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel stellten die Forscher nicht fest.

Der von der Universität Oxford und dem britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca entwickelte Covid-19-Impfstoff weist einer neuen Studie zufolge eine höhere Wirksamkeit auf als bisher ermittelt.

Wie das Unternehmen mitteilte, geht aus der Erhebung hervor, dass die Impfung zu 79 Prozent vor einer Corona-Infektion mit Symptomen und zu 100 Prozent vor einem schweren Krankheitsverlauf schützt, der einen Krankenhausaufenthalt erforderlich macht. Den Experten zufolge wirkt der Impfstoff in allen Altersgruppen. Diese Wirkung war bei vorherigen Studien nicht ermittelt worden.

Die Untersuchungsergebnisse bestätigten bisherige Erkenntnisse zur Wirksamkeit des AstraZeneca-Impfstoffs bei Erwachsenen, erklärte die Medizinprofessorin Ann Falsey von der Universität Rochester, die federführend an der Studie beteiligt war. Zum ersten Mal lägen nun aber vergleichbare Ergebnisse zur Wirksamkeit bei Menschen über 65 Jahren vor.

32.500 Probanden

An der Phase-III-Studie nahmen etwa  32.500 Probanden in den USA, Chile und Peru teilt. Zwei Drittel von ihnen wurden geimpft. Rund 20 Prozent der Teilnehmer waren 65 Jahre oder älter und rund 60 Prozent hatten Vorerkrankungen wie Diabetes, die das Risiko eines schweren Verlaufs einer Covid-19-Erkrankung erhöhen.

Ein erhöhtes Thrombose-Risiko wurde bei den 21.583 Probanden, die mindestens eine Impfdosis erhielten, nicht festgestellt. Auch die konkrete Suche nach Blutgerinnseln im Gehirn, sogenannten Sinusthrombosen, habe keinen Treffer ergeben.

Impfungen zwischenzeitlich gestoppt

Mehrere Länder, darunter auch Deutschland, hatten das Präparat zuletzt ausgesetzt, weil in wenigen Fällen nach der Impfung Thrombosen, also Blutgerinnsel, in Hirnvenen aufgetreten waren. In Deutschland kann das Mittel mittlerweile wieder gespritzt werden.

In den USA ist der Impfstoff noch nicht zugelassen. Wissenschaftler hatten gehofft, dass Ergebnisse der US-Studie Verwirrung über die genaue Wirksamkeit des Impfstoffs ausräumen würden.

AstraZenca kündigte an, auf der Grundlage der neuen Studiendaten eine Notzulassung in den Vereinigten Staaten zu beantragen. Die Ergebnisse muss das Unternehmen nun bei der US-Medikamentenbehörde FDA einreichen.

"Weitere gute Nachrichten"

Der Impfstoff namens AZD1222 wurde von AstraZeneca zusammen mit der Universität Oxford entwickelt. Er wird seit Januar in Großbritannien in großem Stil eingesetzt.  Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock sprach von "weiteren guten Nachrichten".

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. März 2021 um 12:34 Uhr.