Einreise künftig ohne Visum möglich EU öffnet Grenzen für Bosnier und Albaner

Stand: 08.11.2010 12:42 Uhr

Die Europäische Union öffnet ihre Grenzen für Bürger Albaniens und Bosnien-Herzegowinas. Die EU-Innenminister beschlossen in Brüssel den Verzicht auf Einreisevisa, wenn die Bürger beider Staaten nicht länger als 90 Tage bleiben und einen biometrischen Pass haben. Die Öffnung soll bereits vor Weihnachten in Kraft treten. Die Visafreiheit gilt für 25 EU-Staaten (ohne Großbritannien und Irland) sowie die "Schengen"-Länder Island, Norwegen und Schweiz.  

Innenminister de Maizière mit Ministerkolleginnen aus Österreich und der Schweiz, Fekter und Sommaruga
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Einstimmiger Beschluss: Innenminister de Maizière mit seiner österreichischen Amtskollegin Fekter (m.) und der Schweizer Justizministerin Sommaruga

Zweifel an Voraussetzungen

Vor der einstimmigen Entscheidung der Minister hatten sowohl die EU-Kommission als auch die beiden Balkan-Staaten "weitere Garantien und Zusicherungen" gegeben, sagten EU-Diplomaten. Vor allem die Niederlande und Frankreich hatten starke Zweifel daran, dass Bosnien-Herzegowina und Albanien die Voraussetzungen für die Visafreiheit tatsächlich erfüllen. Dazu gehörten die Stärkung von Justiz und Polizei sowie ein entschlossener Kampf gegen organisiertes Verbrechen und Korruption.

Zudem hatte die EU von Albanien und Bosnien-Herzegowina verlangt, dafür sorgen, dass keine Welle von unbegründeten Asylersuchen auf EU-Staaten zukomme. Ein Missbrauch der Grenzöffnung könne nicht hingenommen werden.

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