Das Bild zeigt eine Spritze vor dem Wort Doping

IOC-Komitee verhandelt Russlands Olympia-Ausschluss "Die Schlinge um das russische Team zieht sich zu"

Stand: 31.05.2016 14:14 Uhr

Selten hatte das Internationale Olympischen Komitee so viel Konfliktstoff auf dem Tisch, wie bei der Sitzung, die heute in Lausanne beginnt. Das brisanteste Thema: Doping in Russland. Der Sportmacht droht ein Olympia-Ausschluss, so ARD-Doping-Experte Hajo Seppelt.

IOC-Präsident Thomas Bach und sein Exekutivkomitee hatten selten so viel Konfliktstoff auf den Tisch wie heute. Denn bei der dreitägigen Sitzung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Lausanne wird ein hochbrisantes Thema das andere ablösen: Im Mittelpunkt steht das Doping in Russland.

Für ARD-Doping Experte Hajo Seppelt wird es immer wahrscheinlicher, dass die Russen bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro nicht dabei sein werden - zumindest die Leichtathleten. "Die Schlinge um das russische Team zieht sich immer mehr zusammen", so Seppelt im Interview mit tagesschau 24.

Grund für Unruhe sei auch eine neue Dokumentation der ARD. Sie soll zeigen, ob die Versprechen Russlands, endlich sauberen Sport zu garantieren, glaubhaft sind. "Geheimsache Doping - Showdown für Russland", wird am 8. Juni ausgestrahlt. Vor zwei Jahren hatte die erste ARD-Doku den Doping-Skandal in Russlands Leichtathletik publik gemacht.

Hajo Seppelt, ARD, zur Diskussion im IOC
tagesschau24 11:30 Uhr, 31.05.2016

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"Das klappt einfach nicht"

Allgemein scheint bei den Offiziellen die Skepsis zu wachsen, dass die Russen es nicht schaffen, die Kultur des Dopings bis Rio zumindest zu reduzieren, wenn nicht sogar abzuschaffen, berichtet Seppelt. "Das klappt einfach nicht. Und deswegen gehe ich davon aus, dass auch das IOC bei der Tagung in Lausanne inzwischen in eine ähnliche Richtung denkt."

Doch das IOC tut sich schwer, hart gegen Russland durchzugreifen. Das liegt vor allem an dem immensen Einfluss Russlands. Russland sei "eine Sportgroßmacht und hat extremen Einfluss auf sportpolitischer Ebene", sagt Seppelt. Wladimir Putin habe die Winterspiele in Sotschi 2014 quasi zu seiner eigenen großen Aufgabe erklärt und sie als großes, wichtiges sportliches Erbe Russlands dargestellt.

Putin versucht das Olympia-Aus zu verhindern

"Und eben dieser Putin muss nun befürchten, dass zumindest die Leichtathleten in Rio nicht dabei sind. Das will er überhaupt nicht." Zudem habe der russische Präsident bekanntermaßen ein sehr enges Band zu IOC-Präsident Bach. "Auf der sportpolitischen Ebene versucht man durchaus, so gut es geht das Olympia-Aus der Russen zu verhindern, aber die Fakten sprechen eine andere Sprache. Und so sitzt das IOC zwischen den Stühlen."  

Auch für die Spiele 2012 in London und 2008 in Peking hat es inzwischen Nachkontrollen und Anfälligkeiten gegeben. Seppelt geht deshalb davon aus, dass in Lausanne die Namen weiterer Athleten genannt werden, die gedopt haben sollen. "Es ist ja im Interesse des IOC, dass die Athleten die bei den Spielen in Peking und London gedopt haben, in Rio nicht dabei sind. Deswegen wird nach dem Öffnen der B-Probe das übliche Prozedere stattfinden. Das heißt, die Athleten werden gesperrt und das heißt automatisch auch immer, dass die Namen genannt werden."

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