An die Klippen von Dover wird die Nachricht vom EU-Austritt Großbritannien projiziert | Tim P Whitby/SKY NEWS HANDOUT/EP
Chronologie

Chronologie Die wichtigsten Akte im Brexit-Drama

Stand: 24.12.2020 18:43 Uhr

Das Drama beginnt im Juni 2016 mit einem Referendum, im Januar 2020 treten die Briten aus der EU aus. Nun steht das Handelsabkommen. Dazwischen: Rücktritte, Schlammschlachten und Drohungen. Ein Überblick.

23. Juni 2016: Bei einem Referendum sprechen sich 52 Prozent der Teilnehmer für den EU-Austritt Großbritanniens aus. Premierminister David Cameron tritt zurück. Er hatte das Referendum eingeleitet, aber für den EU-Verbleib geworben. Theresa May folgt ihm im Juli im Amt nach.

29. März 2017: London reicht in Brüssel den Austrittsantrag ein. Damit beginnt die zweijährige Frist bis Ende März 2019, in der beide Seiten die Brexit-Bedingungen aushandeln wollen.

8. Juni 2017: Auf Mays Initiative hin finden vorgezogene Neuwahlen statt. Ihre konservative Partei verliert jedoch die Mehrheit im Parlament und ist nun auf die Unterstützung der nordirischen DUP angewiesen.

13. November 2018: Die britische Regierung verkündet die Einigung auf einen Entwurf für den Austrittsvertrag, den die EU kurz danach verabschiedet. In den kommenden Monaten lässt das Unterhaus in London den Text jedoch drei Mal durchfallen.

14. März 2019: Die Londoner Abgeordneten stimmen für eine Verschiebung der Brexit-Frist. Zunächst soll der Austritt am 12. April erfolgen. Kurz vor Ablauf der Frist einigen sich die EU und Großbritannien aber auf einen weiteren Aufschub bis zum 31. Oktober.

Demontranten nach dem Referendum zum Brexit in London. | null

Zwei junge Demonstranten nach dem Referendum zum Brexit in London (Foto vom Juni 2016).

Brexit: Befürworterin | REUTERS

"Bye, Bye Brüssel - Good Bye EU - Hallo Welt", so stellt sich diese Brexit-Befürworterin 2016 die Zukunft vor. Bild: REUTERS

Von der Brexit-Vereinbarung bis zum Austritt

24. Mai 2019: Zwischenzeitlich ist May nach der Niederlage ihrer Partei bei der Europawahl als Vorsitzende der Konservativen und Regierungschefin zurückgetreten. Ihr folgt Boris Johnson nach, der Großbritannien am 31. Oktober aus der EU führen will - mit oder ohne Deal.

3. September 2019: Johnson verliert seine absolute Mehrheit im Parlament. Es folgt eine beispiellose Schlammschlacht, der Premier schickt die Abgeordneten zwischenzeitlich in die Zwangspause.

17. Oktober 2019: EU-Kommission und britische Regierung schließen eine neue Brexit-Vereinbarung. Das britische Parlament stimmt ihr prinzipiell zu. Die EU-Staaten einigen sich daraufhin auf eine erneute Verschiebung des Brexit bis Ende Januar 2020.

12. Dezember 2019: Johnsons Tories gewinnen bei vorgezogenen Parlamentswahlen die absolute Mehrheit. Einen Monat später beschließt das Parlament das Gesetz über den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs. Auch die EU stimmt zu.

31. Januar 2020: Großbritannien tritt um 23.00 Uhr Ortszeit (00.00 Uhr MEZ) aus der EU aus, verbleibt aber bis Ende des Jahres in einer Übergangsphase im Binnenmarkt. 

Brexit-Befürworter feiern auf dem Parliament Square in London vor dem EU-Austritt. | REUTERS

Brexit-Befürworter feiern am 31. Januar 2020 auf dem Parliament Square in London den EU-Austritt. Bild: REUTERS

Die EU und Großbritannien - auf Schals, die sich Mitglieder der Sozialdemokraten im EU-Parlament umgehängt haben, sind sie noch vereint. | REUTERS

EU-Abgeordnete der Sozialdemokraten hingegen treten am selben Tag mit Schals vor die Kameras, die Verbundenheit demonstrieren sollen. Bild: REUTERS

Ein Handelsabkommen - und nachträgliche Änderungen

März 2020: Die EU und Großbritannien nehmen die schwierigen Verhandlungen über ein Handelsabkommen auf - doch die Corona-Pandemie kommt dazwischen.

12. Juni 2020: Großbritannien schließt eine Verlängerung der Verhandlungen mit der EU zu den Beziehungen nach dem Brexit endgültig aus. 

1. Juli 2020: Deutschland übernimmt den rotierenden EU-Ratsvorsitz und bemüht sich um Fortschritte in den zähen Verhandlungen.

9. September 2020: Johnson stellt das Brexit-Abkommen mit der EU nachträglich in Frage und kündigt einseitige Änderungen zu Nordirland an. Die EU protestiert scharf und leitet im Oktober rechtliche Schritte gegen London ein.

Boris Johnson spricht im britischen Parlament | via REUTERS

Im britischen Parlament verteidigt Premier Johnson am 9. September 2020 seine Pläne, einseitig Zusatzklauseln zum Brexit-Gesetz hinzuzufügen. Bild: via REUTERS

Der britische Premierminister Boris Johnson und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (v.l.). | AFP

Anfang Dezember 2020: Johnson und Von der Leyen kommen trotz Corona-Krise noch einmal persönlich in Brüssel zu Verhandlungen zusammen. Bild: AFP

Johnson schwört auf "No Deal" ein - dann die Wende

15. Oktober 2020: Johnson bereitet die Briten auf einen "No Deal" vor, nachdem die EU Zugeständnisse in Knackpunkten wie Handel und Fischerei gefordert hat. Trotz der Spannungen und ungeachtet der zweiten Corona-Welle wird weiter verhandelt.

21. Dezember 2020: Wenige Tage vor Ablauf der Übergangsfrist machen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Premier Johnson das Handelsabkommen zur Chefsache: Sie verhandeln telefonisch immer wieder direkt miteinander.

24. Dezember 2020: Nach zehn Monaten harter Verhandlungen gelingt an Heiligabend der Durchbruch - Brüssel und London haben sich auf ein Handelsabkommen nach dem Brexit geeinigt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. Dezember 2020 um 09:00 Uhr.