Die diesjährigen Booker-Preisträgerinnen Margaret Atwood und Bernardine Evaristo (v.l.). | Bildquelle: REUTERS

Literatur-Auszeichnung Booker-Preis für gleich zwei Autorinnen

Stand: 15.10.2019 02:46 Uhr

Weil sich die Jury partout nicht einig wurde, geht der diesjährige Booker-Preis für das beste englischsprachige Buch an gleich zwei Autorinnen: Die Kanadierin Atwood und die Engländerin Evaristo.

Von Marion Theis, ARD-Studio London

Das hat es noch nie gegeben: Der renommierte Booker-Preis für das beste englischsprachige Buch geht an gleich zwei Autorinnen, die Kanadierin Margaret Atwood und die Engländerin Bernardine Evaristo. Dass der Preis geteilt wird, ist in den Regeln nicht vorgesehen. Aber dieses Mal sei die Jury sich partout nicht einig geworden, erklärte Jury-Chef Peter Florence bei der Preisverleihung:

"Als Jury haben wir auf der Basis der Einstimmigkeit gearbeitet. Heute haben wir es mit Abstimmen versucht - hat nicht funktioniert. Wir hatten zwei Romane, von denen wir unbedingt wollten, dass sie den diesjährigen Preis gewinnen."

Booker-Preis für Atwood und Evaristo
tagesschau 06:00 Uhr, 15.10.2019

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Atwood und Evaristo teilen sich die Ehre - und das Preisgeld von 50.000 Pfund, umgerechnet rund 56.000 Euro. Die 79-jährige Margaret Atwood hat die Auszeichnung schon zum zweiten Mal bekommen. Und sie freute sich sichtlich, dass sie nicht alleine auf der Bühne stehen musste.

"Wir haben beide lockige Haare. Ich bin sehr überrascht, ich dachte, ich sei zu alt.  Und eigentlich brauche ich so viel Aufmerksamkeit nicht mehr."

"Wir lieben die Sprache, die Erzählkraft, den Eifer"

Atwoods Roman "Die Testamente" ist letzten Monat erschienen und hat sich in Großbritannien schon in der ersten Woche 100.000 Mal verkauft. Es ist die Fortsetzung ihres 34-Jahre alten Werks "Der Report der Magd", auch sie spielt im totalitären Staat Gilead.

"Wild und schön" sei Atwoods neuer Roman, befand die Jury: "Wir lieben diese Betrachtung von Mittäterschaft, Ausdauer und Widerstand. Wir lieben die Sprache, die Erzählkraft, den Eifer."

Die erste schwarze Preisträgerin

Die zweite Gewinnerin, Bernardine Evaristo, hat mit "Girl, Woman, other" einen Roman verfasst, der sich aus vielen Stimmen zusammensetzt. 12 verschiedene Charaktere erzählen, die meisten von ihnen schwarze Frauen, ihre Geschichten sind miteinander verwoben.

Evaristo schreibt in Versen, was den Lesefluss aber nicht stört, im Gegenteil. Sie habe das Unsichtbare sichtbar gemacht, lobte die Jury. Und sie habe denjenigen eine Stimme gegeben, die sich nicht immer selbst ausdrücken könnten.

"Unglaublich", kommentierte die Gewinnerin des halben Booker-Preises. Sie hätte nie gedacht, dass ihr das passieren würde: "Ich bin die erste schwarze Frau, die diesen Preis gewinnt. Und ich hoffe, diese Ehre hält nicht zu lange an, und auch andere kommen nach vorne."

Rushdie geht leer aus

Bernardine Evaristo bedankte sich bei ihrer Co-Preisträgerin Margaret Atwood Es sei ihr eine Ehre, diese Auszeichnung mit ihr teilen zu dürfen. Atwood sei eine Legende für sie.

Eine andere Legende ging diesmal leer aus - der indisch-britische Autor Salman Rushdie mit seinem Roman Quichotte. Rushdie nahm es sportlich. Er hat den Booker-Preis schon 1981 gewonnen.

Booker-Preis geht an Atwood und Evaristo
Marion Theis, ARD London
15.10.2019 09:39 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 15. Oktober 2019 um 06:45 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: