US-Präsident Biden. | AP

Neuer US-Präsident Biden will Klimaschutz für alle

Stand: 28.01.2021 07:49 Uhr

US-Präsident Biden will im Kampf gegen den Klimawandel keine Zeit mehr verlieren. Er stellte weitere Elemente einer langen Liste von Klimaschutzmaßnahmen vor. Seine politischen Gegner dürften wenig erfreut sein.

Von Claudia Sarre, ARD-Studio Washington

Präsident Biden ist nur etwas mehr als eine Woche im Amt und setzt schon eines seiner zentralen Wahlkampfversprechen um: er sagt dem Klimawandel den Kampf an. Nachdem er bereits dem Pariser Klimaschutzabkommen beigetreten ist, beginnt er nun all die von Trump eingeführten Lockerungen von Umweltrichtlinien wieder rückgängig zu machen.

Claudia Sarre ARD-Studio Washington

Gestern hat er entsprechende Dekrete unterzeichnet. Eine seiner wichtigsten Maßnahmen: den Klimaschutz zum zentralen Element der Außen- und Sicherheitspolitik zu machen.

Wir können es tun. Wir müssen es tun. Und wir werden es tun.

Präsident Biden macht ein entschlossenes Gesicht, als er seine ambitionierten Klimaziele verkündet und die entsprechenden Anordnungen unterschreibt.

Biden will mehr "Umweltgerechtigkeit"

"Wir sind Amerika. Und wir sind mutig", sagt Joe Biden. Und Mut braucht er auch, denn die Liste seiner Klimaschutzmaßnahmen ist lang und wird viele seiner politischen Gegner nicht unbedingt erfreuen.

Ganz im Gegensatz zu seinem Vorgänger Donald Trump, der die Öl- und Gasindustrie wo immer es ging förderte, will Biden Öl- und Gasbohrungen auf bundeseigenem Land unterbinden. Er plant, Subventionen für Öl und Gasförderung zu kappen. Stattdessen will er bis 2030 die Energiegewinnung aus Windkraft verdoppeln und in Elektrofahrzeuge investieren. Und er möchte für mehr "Umweltgerechtigkeit" sorgen. Das heißt, Minderheiten sollen nicht länger überproportional unter Umweltverschmutzung leiden.

Wir haben schon viel zu lange gewartet, die Klimakrise anzugehen. Wir können nicht länger warten. Wir sehen es mit eigenen Augen, wir spüren es in unseren Knochen. Es ist Zeit zu handeln.

Klimaschutz als Gegenstand nationaler Sicherheit

Tatsächlich sind die Auswirkungen des Klimawandels in den USA nicht zu übersehen. Die Meeresspiegel steigen, Waldbrände, Wirbelstürme und Dürren werden immer verheerender. Und weil es höchste Zeit ist, hat Biden den Klimaschutz zum Gegenstand nationaler Sicherheit erklärt und John Kerry zum Klima-Sonderbeauftragten gemacht.

Er macht Klima zum wichtigen Teil der Außenpolitik, der Diplomatie, und der nationalen Sicherheit. Das ist das erste Mal, dass ein Präsident das jemals getan hat." 

Die USA wollen wieder eine führende Rolle im Kampf gegen die globale Erwärmung spielen - so Kerry. Am 22. April, dem sogenannten "Earth Day", will der neue US-Präsident daher zu einem Klimaschutzgipfel einladen. 

Biden verspricht Wirtschaftswachstum

Joe Biden rechtfertigt seine Pläne damit, dass neue Arbeitsplätze entstehen. Erneuerbare Energien als Jobmotor.

Wir setzen uns mit der existenziellen Bedrohung des Planeten auseinander und fördern dadurch unser Wirtschaftswachstum und den Wohlstand. Wenn ich an Klimawandel und die Antworten darauf denke, denke ich an Jobs.

Ganz anders denken die meisten Republikaner. Für sie sind Bidens Klimaziele Job-Killer. Dan Sullivan, Senator aus Alaska, sagte, diese Maßnahmen schadeten Alaskas Ureinwohnern, die auf Jobs in der Ölindustrie angewiesen sind. Auch Mitch McConnell wehrt sich vehement gegen eine Klimapolitik, die den Steinkohlebergbau in seinem Heimatstaat Kentucky einschränkt. Andere - wie der demokratische Senator Joe Manchin aus West Virginia - fürchten um die Unabhängigkeit der USA in Sachen Energie.

Umweltschützer in den USA schöpfen jedoch wieder Hoffnung. Sollte es der Biden-Regierung gelingen, auch nur einen Teil ihrer ehrgeizigen Klimaziele umzusetzen, könnte das einen großen Effekt haben. Auf die Natur und den Menschen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Januar 2021 um 04:56 Uhr.