Eine Straße ist beschädigt nachdem hohe Wellen auf die Küste in Ulsan, Südkorea, getroffen sind. | dpa

Tausende Menschen evakuiert Verwüstungen durch Taifun in Südkorea

Stand: 06.09.2022 08:28 Uhr

Der Taifun "Hinnamnor" ist in der Nacht über Südkorea hinweggefegt. Eine Frau kam ums Leben, mindestens zwei Menschen werden noch vermisst. Das ganze Ausmaß der Schäden lässt sich noch nicht abschätzen.

Der Taifun "Hinnamnor" hat in Südkorea schwere Schäden hinterlassen. Der stärkste Wirbelsturm, den das Land seit Jahren erlebte, brachte den Regionen im Süden heftige Regenfälle, verwüstete Straßen und zerriss Stromleitungen.

Knapp 3500 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden, berichteten südkoreanische Sender unter Berufung auf Regierungsangaben. Etwa 15.000 Menschen in den von Erdrutschen und Überflutungen bedrohten Gebieten wurde zudem empfohlen, ihr Haus zu verlassen. Mehr als 20.000 Menschen waren zeitweise ohne Strom.

"Hinnamnor" streifte die Ferieninsel Jeju und traf in der Nähe der Hafenstadt Busan auf das Festland. Zahlreiche Straßen standen Fernsehberichten zufolge unter Wasser. Auf Jeju wurden mehrere Gebäude und andere Infrastruktur beschädigt.

Eine Tote und zwei Vermisste

Eine 70-jährige Frau kam in der Stadt Pohang ums Leben, nachdem sie von einer Sturzflut mitgerissen worden war. Zwei weitere Menschen wurden vermisst, darunter ein 25-jähriger Mann, der in der nahe gelegenen Stadt Ulsan in einen Fluss stürzte, wie das Ministerium für Inneres und Sicherheit mitteilte. Mehr als 600 Schulen wurden geschlossen, mehr als 250 Flüge und 70 Fährverbindungen wurden eingestellt. Rund 66.000 Fischerboote wurden in die Häfen beordert.

Der Taifun ist mittlerweile mit Windgeschwindigkeiten von bis 130 Kilometern pro Stunde zwischen der koreanischen Halbinsel und Japan wieder aufs Meer hinausgezogen. Der Sturm bewegt sich in nordöstlicher Richtung und sollte im Laufe der Woche Ostchina erreichen. Die koreanische Halbinsel wird jeden Sommer und Frühherbst von zahlreichen Wirbelstürmen heimgesucht. "Hinnamnor" war der elfte Wirbelsturm in diesem Jahr. Auch in Nordkorea war eine Taifun-Warnung ausgegeben worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. September 2022 um 07:30 Uhr.