Olaf Scholz beantwortet in Abu Dhabi Fragen von Journalisten. | dpa

Scholz in Abu Dhabi "Wird uns sicherlich nicht wieder passieren"

Stand: 25.09.2022 10:05 Uhr

Kanzler Scholz hofft auf eine engere Energie-Kooperation mit den Emiraten, um die Energiesicherheit in Deutschland zu sichern. Die Abhängigkeit von einem Lieferanten komme dabei nicht mehr in Frage.

Bundeskanzler Scholz setzt seine Reise in der Golfregion fort. Heute wird er die Staatsoberhäupter der Vereinigten Arabischen Emirate und von Katar treffen. Sein Besuch soll vor allem die Energie-Partnerschaften festigen und Deutschland unabhängiger von Russland machen. Dabei will Scholz die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Arabischen Emiraten im Energiebereich weiter vorantreiben. Man habe bereits eine ganze Reihe von Diesel- und Flüssiggasprojekten mit dem Golfstaat vorangebracht, sagte der Kanzler in Abu Dhabi.

Er betonte, wie wichtig es sei, bei der Energieversorgung auf möglichst viele Anbieter zu setzen. Die Abhängigkeit von einem Lieferanten "wird uns sicherlich nicht wieder passieren", sagte Scholz. Man wolle sich nicht mehr wie in der Vergangenheit auf wenige Lieferanten beschränken, "sondern vielfältige Quellen haben, um die Energiesicherheit in Deutschland gewährleisten zu können".

Produktion von Flüssiggas in der Welt voranbringen

Mit Blick auf die Ausweitung der Gasförderung in den Golfstaaten fügte er hinzu: "Es ist wichtig, dass überall solche Projekte abgeschlossen werden. Wir müssen dafür sorgen, dass die Produktion von Flüssiggas in der Welt so weit vorangebracht wird, dass die hohe Nachfrage, die existiert, bedient werden kann, ohne dass auf die Produktionskapazitäten zurückgegriffen werden muss, die in Russland existieren." Das sei mit all den Gasprojekten verbunden, die überall in der Welt entstünden.

Entwicklung zu einer klimaneutralen Volkswirtschaft

Es gehe um die langfristige Weiterentwicklung hin zu einer klimaneutralen Volkswirtschaft. "Und das gelingt nur in enger Kooperation mit den Ländern, die bisher eine so große Rolle bei der Bereitstellung fossiler Ressourcen gestellt haben und aus eigenem Interesse in großem Maßstab weiterinvestieren, dass es ihnen möglich wird, auch in der künftigen Welt noch einen Beitrag zu leisten für die Energieversorgung der Welt", sagte Scholz.

Katar hat die drittgrößten Gasreserven weltweit

Bis zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bezog Deutschland noch 55 Prozent seines Erdgases aus Russland. Inzwischen sind die Lieferungen von dort zum größten Teil eingestellt und die deutschen Gasversorger suchen nach neuen Bezugsquellen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen über die siebtgrößten Erdgasvorkommen weltweit. Katar verfügt über die drittgrößten Gasreserven weltweit und ist führender Exporteur von Flüssiggas.

Über dieses Thema berichtete am 25. September 2022 tagesschau24 um 10:00 Uhr und MDR Aktuell um 11:08 Uhr.