Rohre für den Bau der Erdgaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland werden im Hafen Mukran auf der Insel Rügen gelagert (Archivbild). | dpa

Nord Stream 2 Moskau und Kiew warten ab

Stand: 21.07.2021 15:16 Uhr

Die Bundesregierung hofft darauf, den Streit mit den USA über die Gaspipeline bald beenden zu können. Russland und die Ukraine äußern sich bislang nur vage.

Von Christina Nagel, ARD-Studio Moskau

Deutschland und die USA haben Medienberichten zufolge ihren Streit über die Gaspipeline Nord Stream 2 beigelegt. Demnach soll die zweite Röhre durch die Ostsee fertiggestellt werden, ohne dass Deutschland oder Russland mit US-Sanktionen belegt werden. Im Gegenzug soll sich Deutschland zu mehreren Zugeständnissen verpflichtet haben.

Christina Nagel ARD-Studio Moskau

In Moskau und Kiew reagiert man abwartend. Man wisse, dass sich Berlin und Washington über die Pipeline verständigt hätten, erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Noch aber kenne man die Details nicht.

In Kiew tut man sich ebenfalls mit offiziellen Kommentaren noch schwer. Auch hier wartet man auf Einzelheiten. Man hofft, mehr von Derek Chollet zu erfahren, dem Berater des US-Außenministeriums, der extra nach Kiew gereist ist. 

Keine Konkreten Aussagen aus den USA

In einem Interview mit Radio Liberty Ukraine war Chollet vage geblieben. Man habe mit der deutschen Seite intensiv über die Frage der Energiesicherheit der Ukraine gesprochen, erklärte er. Es werde eine beträchtliche Unterstützung des ukrainischen Energiesektors geben.

US-Medien hatten berichtet, dass Deutschland und die USA unter anderem 50 Millionen US-Dollar in den Ausbau erneuerbarer Energien in der Ukraine investieren wollen. Zudem soll sichergestellt werden, dass die Ukraine Transitland für russisches Gas bleibt - und somit weiter Gebühren erheben kann.

Die ukrainische Führung hatte wiederholt davor gewarnt, dass Russland Gas als politische Waffe einsetzen könnte. Der Kreml seinerseits verweist darauf, dass es sich bei Nord Stream 2 um ein rein wirtschaftliches Projekt handele, das von den USA nur aus einem Grund torpediert werde: weil sie lieber ihr eigenes Flüssiggas nach Europa verkaufen würden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Juli 2021 um 12:00 Uhr.