Imran Khan | REUTERS

Pakistan Strafverfahren gegen Ex-Premier Khan

Stand: 22.08.2022 13:44 Uhr

Seit seiner Entmachtung im April dieses Jahres sieht sich Pakistans Ex-Premierminister Khan Anschuldigungen ausgesetzt. Die jüngste lautet: Terrorismus. Die Polizei ermittelt.

Die pakistanische Polizei wirft Ex-Premierminister Imran Khan Terrorismus vor. Ein entsprechendes Strafverfahren sei eingeleitet worden, teilten die Behörden mit. Anlass für die Vorwürfe ist eine Rede Khans am vergangenen Samstag in der Hauptstadt Islamabad. Auf der Massenveranstaltung kündigte er an, Polizisten und eine Richterin verklagen zu wollen. Zudem erhob er den Vorwurf, dass ein Vertrauter nach dessen Verhaftung gefoltert worden sei.

Vertrautem droht die Todesstrafe

Bei dem Vertrauten handelt es sich um Shebaz Gill. Das ehemalige Kabinettsmitglied hatte Soldaten öffentlich dazu aufgerufen, sich den "illegalen Anordnungen" der Militärführung zu widersetzen. Er wurde daraufhin des Hochverrats beschuldigt, der in Pakistan mit dem Tod bestraft werden kann. Amnesty International fordert inzwischen eine Untersuchung der Foltervorwürfe.

Khan selbst äußerte sich zunächst nicht öffentlich zu den Anschuldigungen. Ein Gericht in Islamabad entschied, dass Khan die nächsten drei Tage nicht verhaftet werden kann, wie ein Funktionär seiner Partei Tehreek-e-Insaf mitteilte.

Anhänger schützen Khans Haus

Die Partei des ehemaligen Premiers postete im Internet Videos, die Unterstützer zeigten, die Khans Haus umringten, um einen möglichen Zugriff der Polizei zu verhindern. Hunderte hielten sich dort am Montagmorgen auf. Die Partei kündigte landesweite Kundgebungen für den Fall einer Festnahme Khans an.

Der ehemalige Informationsminister Fawad Chaudhry hat vor Konsequenzen im Falle einer Anklage und Verhaftung Khans gewarnt. "Imran Khan ist unsere rote Linie", schrieb er auf Twitter.

Durch Misstrauensvotum gestürzt

Khan war am 9. April dieses Jahres durch ein Misstrauensvotum des pakistanischen Parlaments als Premierminister des südasiatischen Landes abgesetzt worden. Als Nachfolger des 69-jährigen ehemaligen Cricketprofis regiert seitdem Shebaz Sharif, der jüngere Bruder des dreimaligen Premierministers Nawaz Sharif.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. August 2022 um 10:00 Uhr.