Ein mit NATO-Draht gesicherter Zaun umgibt das Gericht in Silivri, außerhalb Istanbuls. | AP

Mutmaßliche Gülen-Anhänger Türkei geht gegen 532 Beschuldigte vor

Stand: 27.04.2021 12:43 Uhr

Türkische Behörden haben nach Razzien die Festnahme von 532 Menschen angeordnet - darunter zahlreiche aktive und teils hochrangige Militärangehörige. Ihnen werden Verbindungen zur Gülen-Bewegung vorgeworfen.

In der Türkei haben die Behörden Razzien gegen Militärs durchgeführt und die Festnahme von 532 Verdächtigen angeordnet. Den Beschuldigten würden Verbindungen zum in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Die türkische Führung macht Gülen für den gescheiterten Putschversuch vor rund fünf Jahren verantwortlich. Die Gülen-Bewegung gilt in dem Land als Terrororganisation.

Viele aktive Militärangehörige

Staatsanwälte in den Metropolen Istanbul und Izmir hätten den Einsatz in 62 Provinzen den Landes angeordnet, berichtete Anadolu weiter. Bei 459 Gesuchten handele es sich um aktive und teils hochrangige Militärangehörige. Auch ehemalige Militärschüler seien unter den Verdächtigen.

Seit dem Umsturzversuch im Juli 2016 wurden in der Türkei Zehntausende Menschen verhaftet und mehr als 100.000 Staatsbedienstete entlassen. Allein rund 21.000 Mitarbeiter der Streitkräfte wurden nach offiziellen Angaben des Dienstes enthoben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. April 2021 um 10:00 Uhr.